Das Handwerk wirbt um Abiturienten. Thomas Patyk ist einer von ihnen. Er wird bei Timmermanns als Kfz-Mechatroniker ausgebildet.

Thomas Patyk arbeitet am Motor eines BMW. Der Gebrauchtwagen soll nach der Inspektion in den Verkauf.
Thomas Patyk arbeitet am Motor eines BMW. Der Gebrauchtwagen soll nach der Inspektion in den Verkauf.

Thomas Patyk arbeitet am Motor eines BMW. Der Gebrauchtwagen soll nach der Inspektion in den Verkauf.

Sergej Lepke

Thomas Patyk arbeitet am Motor eines BMW. Der Gebrauchtwagen soll nach der Inspektion in den Verkauf.

Düsseldorf. Die Anforderungen in handwerklichen Berufen werden immer größer. In den Werkstätten großer Autohäuser haben längst Computer Einzug gehalten, da Fahrzeuge selbst mit digitaler Technik hochgerüstet sind. „An jedem Arbeitsplatz steht bei uns ein Rechner, der Job ist sehr anspruchsvoll geworden“, bestätigt Reinhard Weber, Werkstattleiter im Autohaus Timmermanns an der Heerdter Landstraße

Allerdings nutzen noch nicht viele Abiturienten die Ausbildung in einem handwerklichen Beruf als Sprungbrett für ihre Karriere (siehe Kasten). Anders dagegen Thomas Patyk. Der 24-Jährige wird bei Timmermanns als Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Die Begriffskombination vereint die ursprünglichen Berufe Elektroniker und Mechaniker. Die Lehre dauert dreieinhalb, verkürzt drei Jahre.

„Mein Hauptziel war immer ein Studium“, erläutert der Azubi seine Berufsplanung. „Aber ich hatte auch Lust, etwas Praktisches zu machen.“ Mit den technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Thomas Patyk während seiner jetzt fast dreijährigen Tätigkeit verinnerlichen konnte, hat er nun die Basis für sein Studium. Ab Oktober will er Fahrzeugtechnik an der FH in Aachen studieren. Sein konkretes Ziel: „Ich möchte in die Entwicklung gehen und in fernerer Zukunft die Autos von morgen bauen.“

„Ich möchte die Autos von morgen bauen.“

Thomas Patyk, Azubi

Mit entsprechenden Berechnungen beispielsweise zu Motorleistungen oder Fahrzeugtechnik beschäftigt er sich schon heute. Das ist kein Muss in seiner Ausbildung, aber der Azubi sagt: „Man lernt viel, wenn man es möchte.“ Auch sein Chef, Werkstattleiter Weber erklärt, dass Auszubildende je mehr mitnehmen, desto interessierter sie sind. Und dies sei ausgeprägt besonders bei Thomas Patyk zu beobachten. „Bei ihm macht sich eine besondere Wissbegierde bemerkbar. Er fragt viel mehr als die anderen Auszubildenden.“ Deshalb sei er aber nicht besser in seiner täglichen Arbeit.

Der Abiturient bekommt keinen Sonderstatus bei der Ausbildung

Und einen Sonderstatus bekommt er aufgrund seiner besseren Vorbildung auch nicht. „Er muss das machen, was seine Azubikollegen auch machen.“ Beispielsweise auch schon mal fünf Ölwechsel hintereinander. Der 24-Jährige hat damit auch keine Schwierigkeiten. „Mir war klar, dass ich in der Ausbildung kleine Brötchen backen muss.“

Etwa zwölf Prozent aller Abiturienten kann das Handwerk für die Ausbildung gewinnen. In der Autobranche ist die Quote noch etwas geringer: Nur jeder Zehnte mit allgemeiner Hochschulreife wird in Düsseldorf Azubi zum Kfz-Mechatroniker.
 

Da in diesem Jahr gleich zwei Jahrgänge an die Universitäten und auf den Arbeitsmarkt drängen, hat die Handwerkskammer eine Kampagne gestartet, um die besten Köpfe für sich gewinnen zu können. „Mach erstmal was Sinnvolles. Studieren kannst du später noch. – Abiturienten 2013: Willkommen im Handwerk!“ lautet die Initiative.

Michael Eßer berät bei der Handwerkskammer Abiturienten. Er ist unter Telefon 87 95 626 oder E-Mail michael.esser@hwk-duesseldorf.de zu erreichen.     
www.handwerk-lehrstellen.de

Und von seinen Kollegen, die zumeist Mittlere Reife haben, wird er wegen seiner hohen Qualifikation nicht schief angeschaut. „Sie haben sich nur gewundert, dass ich schon so alt bin.“

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