Manche Stadtteile hinken beim Aufbau des neuen Altpapier-Systems hinterher, die hässlichen Container müssen bleiben.

wza_1500x1044_594447.jpeg
Die Container empfinden viele Düsseldorfer als Schandflecken im Stadtbild.

Die Container empfinden viele Düsseldorfer als Schandflecken im Stadtbild.

V. Eckert

Die Container empfinden viele Düsseldorfer als Schandflecken im Stadtbild.

Düsseldorf. Oft sind sie überfüllt oder umstellt mit allem möglichen Müll: die Stellplätze für Altpapiercontainer gehören nicht zu den Vorzeigeorten in Düsseldorf. Die Umstellung auf die blaue Tonne sollte nicht zuletzt die Zahl der Container in der Stadt deutlich verringern. Aber der Ausbau des Systems läuft offenbar schleppend.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die ersten blauen Tonnen an die Haushalte ausgeliefert wurden. Doch noch immer landet mit 62 Prozent des gesamten Altpapiers der überwiegende Teil in den Containern am Straßenrand: knapp 23000 Tonnen im Jahr im Vergleich zu weniger als 9000 Tonnen über die blauen Tonnen.

Mörsenbroich und Garath haben pro Kopf die wenigsten blauen Tonnen

Etwas mehr als 31 000 blaue Tonnen gibt es zurzeit im Stadtgebiet, rund 5200 sind seit Jahresbeginn hinzugekommen. Im Sommer hat die Stadt eine Werbeoffensive für die Hausabholung des Papiermülls gestartet. Aber nach einer Belebung im Sommer ist der Schnitt in den vergangenen zwei Monaten wieder gesunken: auf nur 250 neue Tonnen pro Monat.

Dazu Inge Bantz vom Umweltamt: "Es ist normal, dass sich nach der Startphase vor zwei Jahren die Zunahme inzwischen verlangsamt hat." Auf eine Zielmarke möchte sich Inge Bantz nicht festlegen, auch nicht für den Abbau der Container.

Zudem breitet sich die blaue Tonne mit sehr ungleichmäßiger Geschwindigkeit in der Stadt aus. Der Versorgungsgrad der Haushalte liegt zurzeit bei 46 Prozent. Während Wittlaer die beste Quote von 70 Prozent aufweist, rangieren am anderen Ende weniger bürgerliche Stadtteile: Mörsenbroich liegt bei 28 Prozent, Garath bei 30 und Flingern Süd bei 32 Prozent.

Der Service der blauen Tonne ist gratis, wenn man sie selber vor die Tür stellt. Grundsätzlich gibt es keine Mengenbegrenzung, für jedes Haus können so viele Tonnen bestellt werden, wie notwendig sind - das gilt allerdings nur für nichtgewerblichen Gebrauch.

Lässt man die Tonne aus dem Haus holen, kostet das ebenerdig 24,84 Euro im Monat, bei Kellerabholung sind 36,24 Euro für eine 80-Liter-Tonne fällig.

Weitere Informationen im Umweltamt unter Telefon 325050.

Dabei ist der Service günstig. Wer die Tonnen selber auf den Gehweg stellt, muss für die Abholung nichts bezahlen. Das soll laut Umweltamt auch so bleiben, trotz zwischenzeitlich gesunkener Papierpreise.

Im Gegenzug zum Aufbau der blauen Tonne hat die Stadt in diesem Frühjahr 135 Altpapiercontainer abgebaut. Besteht die Gefahr einer Unterversorgung? Inge Bantz vom Umweltamt beruhigt: "Die Kapazitäten liegen zurzeit über dem, was wir vor der Einführung der blauen Tonne hatten."

Und was soll die Zukunft bringen? Hier bleibt man im Umweltamt vage, eine hundertprozentige Versorgung mit blauen Tonnen sei sicher nicht realistisch, sagt Bantz. Konkrete Planungen für einen weiteren Abbau der hässlichen Container gibt es nach ihren Angaben momentan nicht. Erst im Frühjahr könnte das Thema wieder auf die Tagesordnung der Bezirksvertretungen kommen.

Für die Verteilung der Container im Stadtgebiet gilt zurzeit als Faustregel: Niemand sollte mit seinem Altpapier mehr als 500 Meter zurücklegen müssen. Bei einer weiteren Ausbreitung der blauen Tonne wird diese Marke aber wohl nicht zu halten sein. Bantz: "Das wird man ausdünnen müssen."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer