Rückblick und Ausblick auf die Leistungsschau am Eiskellerberg. Anfangs kamen nur Professoren, heute etwa 50 000 Besucher.

Rückblick und Ausblick auf die Leistungsschau am Eiskellerberg. Anfangs kamen nur Professoren, heute etwa 50 000 Besucher.
Am 27. Januar beginnt der Rundgang der Kunstakademie. Schon 1932 gab es ihn kurz, der erste Rundgang nach dem Krieg fand aber erst 1972 offiziell statt. Weil er so viel Anklang fand, überlegte man Anfang der 1980er Jahre, das Ereignis abzuschaffen oder zu verlegen. Zum Glück geschah dies nicht. Archiv

Am 27. Januar beginnt der Rundgang der Kunstakademie. Schon 1932 gab es ihn kurz, der erste Rundgang nach dem Krieg fand aber erst 1972 offiziell statt. Weil er so viel Anklang fand, überlegte man Anfang der 1980er Jahre, das Ereignis abzuschaffen oder zu verlegen. Zum Glück geschah dies nicht. Archiv

Am 27. Januar beginnt der Rundgang der Kunstakademie. Schon 1932 gab es ihn kurz, der erste Rundgang nach dem Krieg fand aber erst 1972 offiziell statt. Weil er so viel Anklang fand, überlegte man Anfang der 1980er Jahre, das Ereignis abzuschaffen oder zu verlegen. Zum Glück geschah dies nicht. Archiv

Am 27. Januar beginnt der Rundgang der Kunstakademie. Schon 1932 gab es ihn kurz, der erste Rundgang nach dem Krieg fand aber erst 1972 offiziell statt. Weil er so viel Anklang fand, überlegte man Anfang der 1980er Jahre, das Ereignis abzuschaffen oder zu verlegen. Zum Glück geschah dies nicht. Archiv

JM/BN, Bild 1 von 3

Am 27. Januar beginnt der Rundgang der Kunstakademie. Schon 1932 gab es ihn kurz, der erste Rundgang nach dem Krieg fand aber erst 1972 offiziell statt. Weil er so viel Anklang fand, überlegte man Anfang der 1980er Jahre, das Ereignis abzuschaffen oder zu verlegen. Zum Glück geschah dies nicht. Archiv

Am 27. Januar öffnet der diesjährige Rundgang für das Publikum. Ursprünglich waren es nur die Professoren, die durch die Klassen der Akademie liefen, um die interne Leistungsschau der Studenten zu begutachten und die Auszeichnung als Meisterschüler zu verteilen. 1932, also vor 84 Jahren, gab der liberale Rektor Walter Kaesbach erstmals alle Ateliers zur öffentlichen Besichtigung frei. Die Freude währte nur kurz, denn die Nazis setzten Kaesbach im Jahr darauf vor die Tür.

Düsseldorf. Die Akademie wurde gleichgeschaltet. Nicht-konforme Studenten wie Georg Meistermann mussten 1933 das Studium abbrechen. Der junge Meistermann erhielt als „entarteter Künstler“ Ausstellungsverbot. An eine „Geschichte von der Freiheit“, wie sie später Rektor Markus Lüpertz fordern sollte, war in den Werkstätten nicht zu denken. Nach den Bombenangriffen des Krieges liefen die Rundgänge erst langsam an.

Semesterabschlussausstellungen als interne Leistungsschauen

1946 wurden die ersten Gebäudeteile wiedereröffnet, 1949 der Ostflügel instandgesetzt, 1956 kam das neue Ateliergebäude an der Westseite der Akademie hinzu. Studenten wie Professoren waren arm. Nach Auskunft der Pressesprecherin Vanessa Sondermann sei man „erst einmal mit dem Wiederaufbau beschäftigt“ gewesen. Allerdings habe es bereits „Semesterabschlussausstellungen“ gegeben, als interne Leistungsschauen.

Es war die Zeit der Wiedergutmachungen. Zu den ersten Berufungen gehörten Ewald Mataré, Bruno Goller und Karl Otto Götz, die im Krieg Malverbot hatten oder durch Kontakte zu Johanna Ey in Misskredit geraten waren. Gerhard Hoehme, seit 1960 Professor, führte 1954 bis 1957 die Gruppe 53 der Avantgarde zu.

Nicht nur Professoren, sondern auch Studenten begründeten schon bald den internationalen Ruhm Düsseldorfs als Künstlerstadt. Erwin Heerich studierte seit 1945 am Eiskellerberg, wurde 1969 Professor und baute seit 1986 die Museums-Insel Hombroich. Otto Piene setzte 1948 aus München kommend seine Studien in Düsseldorf fort, bevor er 1957 mit seinem Kommilitonen Heinz Mack die erste Zero-Ausstellung organisierte.

Heerichs Freund war Joseph Beuys, der ab 1947 am Eiskellerberg studierte, 1961 Professor für monumentale Bildhauerei wurde, aber nicht viel vom Musentempel hielt, denn 1973 gründete er als Gegenakademie die „Freie Internationale Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung“.

Architekt Hans Schwippert prägte den Begriff eines Rundgangs

In den 1950er und 1960er Jahren studierten alle späteren Heroen in Düsseldorf, unter ihnen Uecker, Graubner, Klapheck, die Bechers, Polke, Richter, Palermo, Knoebel, Sieverding, Immendorff und Kiefer. Die Akademie befand sich auf ihrem Höhepunkt.

Architekt Hans Schwippert, seit 1959 Rektor am Haus, prägte als erster den Begriff „Rundgang“. Er veranstaltete einen internen Rundgang sowie einen Presse-Rundgang, noch alles ohne Öffentlichkeit. Er stand einem öffentlichen Rundgang sehr skeptisch gegenüber. Erst unter Eduard Trier wurden größere Gruppen durch die Akademie geführt. Im Jahr 1972 war der Rundgang erstmals nach dem Krieg offiziell öffentlich zugänglich.

Die Rundgänge wurden so lebendig, dass sie Anfang der 1980er Jahre zu heftigen Diskussionen führten. Viele Professoren und Studenten wollten die Leistungsschau zum Ende des Wintersemesters sogar absetzen. Zu viele Besucher, zu große Raumnot, zu viele Studenten waren der Grund dafür. Künstler Christian Megert berichtet von Vorschlägen, den Rundgang in den Kunstpalast, die Messehallen oder in Galerien auszulagern. Mit der Erweiterung der Akademie durch den Rheinflügel beruhigte sich die Lage, die Diskussion verstummte.

1974 ordnete Rektor Norbert Kricke per Rundschreiben an, jeder Student solle mindestens eine Arbeit zeigen. Die Regelung war nicht unumstritten, man warf ihm Leistungsdruck vor. Heute ist es selbstverständlich, dass vor allem Absolventen museumsreife Überblicke zeigen.

Ende Januar werden sogar 50 000 Besucher erwartet

Die Rundgänge der letzten Jahre sind Hypes geworden. Für viele Besucher sind sie das schönste Kunstereignis im Jahr. Galeristen, Sammler, Kunstfans, Schulklassen, Bus-Gruppen aus anderen Städten reisen an, um die jungen Studenten mitsamt ihrer Werke zu erleben. Vielleicht wird diesmal sogar die Rekordmarke von 50 000 Gästen erreicht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer