Die Unternehmerschaft in Düsseldorf geht „vorsichtig optimistisch“ ins neue Jahr und lehnt den Mindestlohn weiter ab.

Wirtschaft
In der Metallgießerei Dillenberg ist man verhalten optimistisch, was die Umsatzerwartung für 2014 betrifft. Archiv

In der Metallgießerei Dillenberg ist man verhalten optimistisch, was die Umsatzerwartung für 2014 betrifft. Archiv

Michaelis

In der Metallgießerei Dillenberg ist man verhalten optimistisch, was die Umsatzerwartung für 2014 betrifft. Archiv

Düsseldorf. Wäre die Düsseldorfer Wirtschaft ein Auto, dann führe das 2014 zwar schneller als im alten Jahr – das Tempo reicht aber nicht, um auf die Überholspur zu gelangen. Mit diesem Bild illustrieren die Düsseldorfer Arbeitgeberverbände und der Verein der Unternehmerschaft den „Konjunkturmonitor 2014“. Andreas Bruhns, der Vorsitzende der Unternehmerschaft und Werkleiter bei Henkel, spricht auch von einer „konjunkturellen Belebung im Schritttempo“. Immerhin 600 Unternehmen wurden vor Ort befragt zu ihren Aussichten und Einschätzungen. Fast drei viertel der Firmen erwarten in den kommenden sechs Monaten „gleichbleibend gute“ oder „bessere“ Geschäfte. Das soll sich auch auf den Arbeitsmarkt niederschlagen, zumal gut 80 Prozent der Befragten angeben, ihre Belegschaft mindestens zu halten, wenn nicht auszubauen. Noch höher liegt die Quote bei den Auszubildenden, wo nur 14 Prozent einen Abbau von Plätzen planen. Bruns: „Es stimmt wirklich: Gute Nachwuchskräfte zu bekommen, wird immer schwieriger.“ Allerdings stellt Bruns klar, dass das Bild je nach Branche variiert: „Bei Chemie, Metall oder Maschinenbau ist die ganze Sache recht fragil, auch exportabhängige Unternehmen äußern sich vorsichtiger.“ Es gebe eben immer noch eine „gewisse Nervosität“, weil die Probleme um die Euro-Schuldenkrise und die globale Finanzmarktsituation im Kern nicht gelöst seien.

Metallunternehmen Dillenberg stöhnt über die EEG-Umlage

Hart zu kämpfen hatte 2013 zum Beispiel das Familienunternehmen Dillenberg in Eller. Die Metallgießerei mit 125 Mitarbeitern musste einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent verkraften, baut aber kein Personal ab. „Ich glaube, 2014 geht es wieder leicht aufwärts“, sagt die künftige Chefin Kathrin Grüne – obwohl sie eine Energiekostensteigerung von 18 Prozent erwartet, denn: „ Wir werden voll mit der EEG-Umlage belastet.“ Ein anderes bundespolitisches Thema treibt Michael Grütering um – der Mindestlohn. Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft will mit Zahlen beweisen, dass die 8,50 Euro etwa am Problem der „Aufstocker“ wenig ändern: „Aktuell haben in Düsseldorf 1500 Arbeitnehmer Anspruch auf die ergänzende Transferleistung, mit Mindestlohn wären es 1050.“ Zu befürchten sei dagegen, dass viele einfache Jobs für Ungelernte durch den Mindestlohn zu teuer würden und deshalb wegfielen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat schätzten 25 Prozent der befragten Unternehmen ihren Umsatz im Dezember als besser ein, 30 Prozent als gleichbleibend gut, aber 45 Prozent als gleichbleibend schlecht oder schlechter.

l Rund 19 % wollen mehr Leute einstellen, bei 64 % bleibt es stabil, 17 % planen einen Abbau.

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