Die geringere Geschwindigkeit hat laut Rathaus zwar kaum Auswirkungen, dennoch kehrt Tempo 60 wohl nicht zurück.

Die geringere Geschwindigkeit hat laut Rathaus zwar kaum Auswirkungen, dennoch kehrt Tempo 60 wohl nicht zurück.
Auf weiten Teilen des Südrings (hier an der Aachener Straße) gilt Tempo 50.

Auf weiten Teilen des Südrings (hier an der Aachener Straße) gilt Tempo 50.

Judith Michaelis

Auf weiten Teilen des Südrings (hier an der Aachener Straße) gilt Tempo 50.

Es gibt nahezu keine zulässige Höchstgeschwindigkeit, die noch nicht für den Südring gefordert wurde. Harte Verfechter des Lärmschutzes plädieren für 30 km/h, die Freunde des motorisierten Individualverkehrs möchten gerne wieder mit 60 km/h über die Achse fahren, die aktuell zulässigen 50 km/h scheinen der tragbare Kompromiss zu bleiben. Die Anhänger dieser Lösung haben allerdings ein Argumentationsproblem, denn die Prüfungen der Stadt haben bisher wenig Folgen des geringeren Maximaltempos ergeben. Das geht aus einem Zwischenbericht der Verwaltung hervor, der nun – zehn Monate nach der Entscheidung für 50 statt 60 – vorgestellt wurde. Ein Überblick:

Tatsächliche Geschwindigkeit Vor dem Verkehrsversuch lag das Tempo der meisten Autofahrer zwischen 55 und 63 km/h stadtauswärts (Richtung Neuss) und 39 bis 58 km/h in Fahrtrichtung Innenstadt. Diese Werte sind etwas zurückgegangen. Sie liegen nun bei 52 bis 61 beziehungsweise 26 bis 54 km/h.

Lärm Die Hoffnung der Anwohner hat sich laut Stadt nicht erfüllt. Bisher könne man keine „signifikante Veränderung im Verkehrsfluss“ und „keine spürbare Reduzierung des Verkehrslärms“ feststellen, heißt es im Bericht aus dem Verkehrsamt.

Unfälle Bei den Zusammenstößen ergibt sich ein zweigeteiltes Bild: Die Zahl der Unfälle an den Kreuzungen des Südrings mit der Völklinger und der Münchener Straße hat sich nicht verändert. Die Zahl der verunglückten Personen ist sogar gestiegen, die der schwer verletzten Menschen gleich. An der Kreuzung mit der Aachener Straße ist die Zahl der Unfälle zwischen März und September 2017 um die Hälfte zurückgegangen. Deshalb heißt es in dem Bericht: „Die Unfallursachen sind vielfältig, so dass ein direkter Rückschluss, dass eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit die Unfallhäufigkeit verringert, nicht sicher gezogen werden kann.“

Wichtiger Punkt: Auch die Schulwege im Umfeld (etwa an der Fleher Straße) wurden betrachtet. Zu hohes Tempo und Autofahrer, die rote Ampeln ignorieren, deuten daraufhin, diesen Aspekt in nächster Zeit besser zu kontrollieren.

Luftqualität Dazu gibt es im Bericht noch keine Angaben, sie sollen mit dem Abschlussbericht im zweiten Quartal folgen.

Auch in einigen der anderen genannten Punkte verweist die Stadt darauf, dass die weiteren Messungen noch abgewartet werden sollten. Eine Tendenz ist aber bereits zu erkennen: Die 50 km/h bleiben auf dem Abschnitt, der innerorts liegt, schließlich ist Tempo 50 die Regel. Auf der Strecke hinter dem Ortsausgangsschild, also vor der Joseph-Kardinal-Frings-Brücke, werden weiter 60 km/h erlaubt sein. Für diesen Abschnitt gibt es keine rechtliche Grundlage, auf Tempo 50 zu gehen.

Das hat Folgen: An den Ampeln müssen die Gelbphasen angepasst werden. Die Kosten dafür schätzt die Verwaltung auf 36 000 Euro. Sollte auch die „Grüne Welle“ dort eingeführt werden, würde das 240 000 Euro erfordern.

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