Bei der Weinmesse ProWein geht es nüchtern zu. Auch ein karitatives Tröpfchen wird präsentiert.

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Uta Hübsch (links) und Judith Gocht stellen den Wein „Green Up“ vor, ein Euro vom Verkaufspreis wird für neue Bäume gespendet.

Uta Hübsch (links) und Judith Gocht stellen den Wein „Green Up“ vor, ein Euro vom Verkaufspreis wird für neue Bäume gespendet.

Sergej Lepke

Uta Hübsch (links) und Judith Gocht stellen den Wein „Green Up“ vor, ein Euro vom Verkaufspreis wird für neue Bäume gespendet.

Düsseldorf. Wie bei der Kaffeemaschine einmal auf den Knopf drücken – und der Wein schießt als kleiner „Probierschluck“ ins Glas. Wie am Fließband geht das an der Verkostungsstation von Mundus Vini. Die Besucher testen edle Tropfen – Siegerweine eines internationalen Wettbewerbs –, die aus einer Kühlbox kommen. Auf der ProWein, die noch bis Dienstag auf dem Messegelände läuft, finden sich ungewöhnliche Erfindungen und Trends. Aussteller aus Düsseldorf sind an 22 Ständen dabei.

Um bei den knapp 6000 Ständen insgesamt den Überblick zu behalten, muss man schon vorab wissen, was interessant ist, sagt Messegast Silvio Vallecoccia. „So viele Weine kann man sonst gar nicht kosten.“ Sein Schwerpunkt liegt auf italienischen Sorten. Er zieht es vor, den Probierschluck zu trinken, um zu wissen, wie er sich bis in den Magen hinein anfühlt. Viele Besucher spucken den Wein aber aus, um nicht betrunken zu werden. Dafür gibt es bei Mundus Vini sogar ganze Fässer, an den einzelnen Ständen sind es dezente Tisch-Eimer. Überall stehen Knabbereien oder Brot bereit, um die Geschmacksnerven zwischendurch zu neutralisieren.

Gläser in besonderen Formen, die den Duft des Weines passend verteilen, kuriose Flaschenverschlüsse, die beim Ausschenken der Premiumsorten Sauerstoff beimischen, Rezepte aus Kaffee und Wein – es gibt fast nichts, was es nicht gibt.

22 Aussteller bei der ProWein kommen aus Düsseldorf selbst

Unter den 22 Düsseldorfer Ausstellern sind vor allem Händler, die zwar international tätig sind, aber hier ihren Sitz haben. Ana Rodica Capatina beispielsweise kommt aus Rumänien. Dort hat sie selbst ein Weingut geführt und war im Exportgeschäft tätig. „Es gibt sehr gute Weine – ich möchte sie in Deutschland bekannt machen“, sagt sie. Erst letztes Jahr hat sie ihre Firma Estikawines gegründet, Sitz ist in Unterrath.

Auch Invisus Wines ist ein junges Unternehmen, erst 2013 startete der Vertrieb. Inhaber Björn Steinemann hat sich auf die Sorten kleiner Erzeuger spezialisiert und verkauft sie ausschließlich an Sternerestaurants in Europa. Groß aufgestellt ist hingegen die Weinhandelsagentur Consigliovini, die italienische Sorten vertreibt. „Uns gibt es bundesweit, aber wir haben unseren Sitz in Düsseldorf“, erklärt Anke Brandes. Die Messe diene zur Kontaktpflege zu Winzern und Händlern aus aller Welt.

Ganz auf Düsseldorf ausgerichtet ist die Aktion zu „Green Up“, die auf der Messe vorgestellt wurde. Das Weingut Tesch an der Nahe hat einen Tropfen kreiert, um bei der Pflanzung neuer Bäume zu unterstützen. Ein Euro pro verkaufter Flasche (zu je 9,95 Euro) kommt dem Grün zugute. Die Flaschen sollen in Kürze in den Handel kommen. Auf der Messe gab es schon mal eine Vorverkostung.

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