Düsseldorf. Die Lehrerin stand vor der Tafel, als sie eine Kunststoff-Flasche an der Brust traf. Ein Junge aus einer der hinteren Reihen hatte sie nach vorn geschleudert. Die 52-Jährige spürte einen stechenden Schmerz und rannte aufgebracht aus dem Klassenraum.

Sie informierte den Schulleiter, der den 15-Jährigen wenige Minuten später für vier Tage suspendierte. Die Lehrerin zeigte den Jungen an. Am 8. September muss sich der Schüler wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Zu Beginn der Erdkundestunde hatte die Lehrerin die Schüler wie jeden Morgen gebeten, zur Begrüßung aufzustehen. Sie bat einzelne Schüler ihre Mützen abzunehmen, da schleuderte der Junge ihr die Flasche entgegen. Der Schüler gibt zu, die Flasche geworfen zu haben - seine Lehrerin habe er jedoch nicht treffen wollen. Er und weitere Mitschüler hätten sich zum Spaß mit Stiften beworfen, als er die Flasche in die Hände bekam. Dass die Lehrerin dann getroffen wurde, sei "reiner Zufall" gewesen.

Der 15-Jährige ist bereits vorbestraft. Am 18. Januar 2010 wurde er wegen Diebstahls, versuchten schweren Raubs und Fahren ohne Fahrerlaubnis zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

Auch die Lehrerin wusste von der Vorstrafe. Sie habe deshalb zunächst gezögert, zur Polizei zu gehen. Wegen "psychischer Nebenwirkungen" habe sie sich dann aber doch für eine Anzeige entschieden. Die 52-Jährige leidet noch immer unter dem Vorfall.

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