1180 wurde das Castrum Angermund erstmals erwähnt. Die Geschichte des Stadtteils erzählt jetzt ein neues Standardwerk.

Bezirksbürgermeister Stefan Golißa, hier mit Anne Henk-Hollstein (r.) und Elfi Pracht, bekam das erste Exemplar.
Bezirksbürgermeister Stefan Golißa, hier mit Anne Henk-Hollstein (r.) und Elfi Pracht, bekam das erste Exemplar.

Bezirksbürgermeister Stefan Golißa, hier mit Anne Henk-Hollstein (r.) und Elfi Pracht, bekam das erste Exemplar.

Diese Karte aus dem Jahr 1820 zeigt das Dorf Angermund rund um die Kellnerei, die inzwischen eine Wohnanlage ist. Karte: LVR/Repro: SL

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Bezirksbürgermeister Stefan Golißa, hier mit Anne Henk-Hollstein (r.) und Elfi Pracht, bekam das erste Exemplar.

Düsseldorf. Der Rheinische Städteatlas gehört zu den ehrgeizigsten Projekten des Landschaftsverbandes. Bereits seit 1972 wird darin die Geschichte der rheinischen Städte aufgearbeitet. Wobei der Begriff sehr weit gefasst ist. Auch Gemeinden, die ihre Stadtrechte irgendwann verloren haben, bekommen ihren eigenen historisch-topographischen Atlas. Am Dienstagabend schlug das Herz der Angermunder Heimatfreunde höher. Denn Anne Henk-Hollstein, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung, übergab im Gemeindesaal von St. Agnes das erste Exemplar des Rheinischen Städteatlas Angermund an Stefan Golißa, den Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 5. „Das ist nicht nur etwas für Fachleute“, betonte Anna Henk-Hollstein.

Die Autorin Elfi Pracht-Jörns hat in den vergangenen Jahren jede Menge Daten über den Stadtteil gesammelt und diese mit alten Karten und Grafiken ergänzt. Herausgekommen ist eine großformatige Mappe mit 22 Seiten und zahlreichen historischen Abbildungen.

Viele Jahrhunderte hat sich kaum etwas verändert

Erstmals erwähnt wurde das „Castrum Angermund“ im Jahr 1180, als es vom Kölner Erzbischof Philipp erworben wurde. Die Angermunder Burg, auch Kellnerei genannt, entstand in ihrer bis heute erhaltenen Struktur im 13. Jahrhundert. Wann genau, lasse sich nicht mehr genau feststellen, so Elfi Pracht-Jörns.

Über viele Jahrhunderte änderte sich kaum etwas. Rund 35 bis 40 Familien siedelten sich vor der Kellnerei auf der heutige Graf-Engelbert-Straße an. Erst als Angermund 1896 einen eigenen Eisenbahn-Haltepunkt und 1938 einen Bahnhof bekam, entwickelte sich der Stadtteil rasant und viele neue Siedlungen kamen hinzu.

Parallel dazu entwickelt sich auf der anderen Seite des Stadtteils das Schloss Heltorf, das als Hof sogar schon im Jahr 1100 auftaucht. Das befindet sich seit 1662 bis heute im Besitz der Familie von Spee. Das Schloss, wie es heute dort steht, wurde in den Jahren 1822 bis 1827 nach klassizistischen Vorbildern neu gebaut.

Die erste Rosenzucht wurde im Jahr 1909 eröffnet

Erschienen ist der Rheinische Städteatlas Angermund beim Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Rheinland. Er kostet 29,80 Euro.

Im Jahr 1909 wurde die erste Rosenzucht in Angermund eröffnet. Bald kamen weitere Betriebe hinzu und schließlich wurde der Stadtteil als Rosenstadt bekannt. Auf den hölzernen Straßenschildern, die zu den charakteristischen Merkmalen Angermunds gehören, ist auch immer noch eine Rose zu sehen.

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