Der Staat braucht Zeit, bis er Gesetze anpasst, sagt Jurist Jean Abel, Referatsleiter beim DGB-Bundesvorstand.

Jurist Jean Abel nimmt Stellung zu Tattoo und Arbeitsrecht.
Jurist Jean Abel nimmt Stellung zu Tattoo und Arbeitsrecht.

Jurist Jean Abel nimmt Stellung zu Tattoo und Arbeitsrecht.

DGB

Jurist Jean Abel nimmt Stellung zu Tattoo und Arbeitsrecht.

Düsseldorf. Es gibt kein Gesetz gegen Tattoos, aber dennoch können Tätowierungen zu Spannungen bei der Arbeit führen. Die WZ fragte Jurist Jean Abel, Fachmann für Arbeitsrecht und Referatsleiter beim Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), nach der Rechtslage.

Herr Abel, sind Unstimmigkeiten über Tattos am Arbeitsplatz häufig Thema für Juristen?

Jean Abel: Bisher nicht. Die Probleme werden aber wohl zunehmen. Tätowierungen sind ja erst seit rund zehn Jahren deutlich präsent. Es ist gesellschaftliche Realität, dass Personen, die über Einstellungen und andere personelle Maßnahmen entscheiden, oft älter sind und Probleme mit Tattoos haben. Auch die Rechtsprechung braucht noch Zeit, sich auf die Änderungen einzustellen.

Kann Kritik von Chefs an Tätowierungen berechtigt sein?

Abel: Bei Motiven, die extrem über das hinausgehen, was man als massenkompatibel bezeichnen würde, wäre ich vorsichtig. Eine kirchliche Einrichtung muss auch kein umgedrehtes Kreuz hinnehmen.

Kann es Richtlinien für bestimmte Branchen geben?

Abel: In einem Tattoostudio gibt es sicher kein Problem. Abgesehen davon ist es wohl unter anderem eine Frage der betroffenen Körperstelle. Es gibt keinen Beruf, bei dem ich sagen würde, dass ein Tattoo im Hinblick auf die arbeitsrechtliche Situation absolut ausgeschlossen ist.

Sollte man eine Kündigung prüfen lassen, wenn es um Tattoos gehen könnte?

Abel: Grundsätzlich sollte man jede Kündigung prüfen lassen.

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