Mit Ausstellungen und Seminaren an Schulen und Altenheimen reagiert der Aquazoo auf sinkende Besucherzahlen.

Laura, Nele und Darwin (v.l.) bestaunen die Gottesanbeterin.
Laura, Nele und Darwin (v.l.) bestaunen die Gottesanbeterin.

Laura, Nele und Darwin (v.l.) bestaunen die Gottesanbeterin.

J. Michaelis

Laura, Nele und Darwin (v.l.) bestaunen die Gottesanbeterin.

Düsseldorf. Man muss genau hinsehen, um sie zu finden. Regungslos und dadurch nahezu unsichtbar hockt sie auf einem Ast in ihrem Terrarium. Die mehr als zehn Zentimeter lange Gottesanbeterin (Gattung: Mantide), genannt "Lauernder Ast" mit einem wie ein Zweig geformtem Körper, ist meisterlich in der Tarnung und von daher für Besucher nicht so leicht zu sehen. Bis zum 28. April sind fünf Arten der gruselig anmutenden Insekten in einer Ausstellung neben dem Tropenhaus zu sehen.

 "Der Name geht auf die Drohgebärde des Tiers mit erhobenen Vorderarmen gegen Feinde zurück", erklärt Rüdiger Bode, Insektenspezialist des Aquazoos und Mitbegründer der Mantidenfreunde Niederrhein, die die Ausstellung mit Tierpräparaten und Schauwänden mitgestaltet haben. "So kann man sich das Tier erst auf einem Foto ansehen und es dann im Terrarium suchen", sagt Kuratorin Silke Stoll.

Konzept: Verbindung von Lernen und hautnahem Tiererlebnis

Die Ausstellung steht stellvertretend für das Konzept von Aquazoo und Löbbecke-Museum, Bildung und das hautnahe Tiererlebnis zu verbinden. "Wir wollen Inhalte ohne erhobenen Zeigefinger vermitteln", sagt Direktor Wolfgang Gettmann und versucht sich damit von der harten Konkurrenz aus Köln, Wuppertal und Duisburg abzuheben.

Zwei Drittel der Besucher sind Schülergruppen und Familien

2010 bestimmen Veranstaltungen zum Thema Artenvielfalt das Programm. Seminare für Kindergarten- und Schülergruppen, im Zoo oder außerhalb wie jetzt auf der boot stehen dabei im Vordergrund. Pfleger bringen auch Tiere in Seniorenheime und Schulen.

Bei der Nacht der Artenvielfalt am 9. April können Kinder die Becken des Aquazoos im Dunkeln erkunden. Viele Arten wie Haie, Schnecken, Frösche oder Schlangen werden an Samstagen live und kindgerecht vorgestellt und sorgen so für immer neue Anreize bei den Besuchern. Denn vor allem Kinder und Familien kommen in den Nordpark. Sie stellen zwei Drittel der Besucher.

Es gibt etwa 2400 Arten des Insekts. Es lebt vorrangig in den tropischen Gebieten, Amerikas, Asiens und Afrikas. Die europäische Gottesanbeterin, ist sogar in Deutschland zu finden.

Rund 360.000 Gäste kamen 2009. "Die Zahlen sind leicht rückläufig", sagt Gettmann. "Aber wir sind die besucherstärkste Einrichtung der Stadt." Der für 2011 geplante Anbau soll mehr Platz für neue Attraktionen und Service bieten. "Mehr Seminarräume, einen Zooshop und einen gastronomischen Betrieb" wünscht sich Gettmann.

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