Die Stadt rüstet sich gegen das Virus: Mitarbeiter sollen das Händeschütteln lassen, die Jecken das Bützen.

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Kundin Samira Hosni hat sich am Donnerstag im Kaiser’s in der Kö-Galerie Mundschutze besorgt.

Kundin Samira Hosni hat sich am Donnerstag im Kaiser’s in der Kö-Galerie Mundschutze besorgt.

Die Provinzialversicherung in Wersten hat Plakate aufgestellt, die empfehlen, das Händeschütteln zu unterlassen.

Jürgen Dehniger, Bild 1 von 2

Kundin Samira Hosni hat sich am Donnerstag im Kaiser’s in der Kö-Galerie Mundschutze besorgt.

Düsseldorf. Am Dienstag will das Land entscheiden, ob die Ferien verlängert werden. So oder so beugt die Stadt Düsseldorf vor: In der nächsten Woche kommen die Vertreter aller 180 Schulen in Düsseldorf mit Vertretern von Gesundheits- und Schulverwaltungsamt zusammen, um über etwaige Vorkehrungen zum Schutz vor der Schweinegrippe zu beraten.

Bereits zu Beginn der Ferien konnten die Schulen zusätzliche Seifenspender bestellen, die an den Waschbecken der Klassenzimmer aufgestellt werden und die Schüler zum öfteren Händewaschen motivieren sollen.

In der Dieter-Forte-Gesamtschule wird der Toilettendienst, den Schüler organisieren, die Kinder und Jugendlichen nachdrücklich zum Händewaschen auffordern. Das kündigte Schulleiterin Margret Rössler gegenüber der WZ an.

Lehrer sollen Begrüßungsrituale ihrer Schüler unterbinden

"Die Schüler dafür zu sensibilisieren, wird das größte Problem werden", meint Bernd Verfürth, Direktor des Leibniz-/Montessori-Gymnasiums. Für nicht realisierbar hält er eine Aufforderung des Gesundheitsministeriums, wonach Lehrer aufgefordert sind, "die Begrüßungsrituale der Schüler zu unterbinden". "Wie sollen wir das bitte anstellen", fragt sich Verfürth.

Hygiene und Abstand gelten als wichtigste Waffe gegen die Übertragung des Virus H1N1. Das hat sichtbare Folgen: Im Supermarkt gibt es inzwischen sogar einen Zehnerpack Mundschutz zu kaufen. Kaiser’s bietet sie zu 69Cent an. "Unser Unternehmen reagiert auf die Schweinegrippe mit einem Schutz für Kunden", erklärt Jutta Meister, Sprecherin der Unternehmensgruppe Tengelmann. Verkaufszahlen werden aber nicht genannt.

Bislang sind 225 Düsseldorfer und 69 Auswärtige in der Landeshauptstadt an der Schweinegrippe erkrankt. In der Zeit vom 29. bis 31. Juli kamen laut Stadt sieben Neuerkrankungen hinzu. Sie sind bereits in den 225 enthalten.

Es gibt 300 Kitas und 2400 Erzieher. Träger sind die Stadt sowie Wohlfahrtsverbände.

Bei der Provinzialversicherung in Wersten wird den 2000Mitarbeitern per Plakat empfohlen, aufs Händeschütteln zu verzichten. Dazu hängen in jedem Waschraum Hinweise, die das korrekte Händewaschen beschreiben: zehn bis 15 Sekunden lang und die Seife dann gründlich abspülen. In der Hausbrauerei Uerige informiert seit etwa 14Tagen ein Aushang die Mitarbeiter über hygienische Schutzmaßnahmen gegen die Schweinegrippe.

Kinder mit Schnupfen dürfen nicht mehr in die Kita

Besonders nah kommen sich ja bekanntlich die Karnevalisten - vor allem beim Bützen. Wie die WZ berichtete, beschäftigt das Thema noch vor Sessionsbeginn den Präsidenten des Carnevals Comitees, Engelbert Oxenfort. "Ich rufe alle Karnevalisten auf, das Bützen diesmal zurückzustellen. Zumindest solange die Schweinegrippe noch nicht eingedämmt ist."

Einen genauen Blick haben Stadt Düsseldorf und freie Träger auf die rund 300Kindertagesstätten. "Wir werden in alle Kitas Mundschutze liefern lassen", kündigte am Donnerstag Stefan Paschmanns an, stellvertretender Abteilungsleiter der Kindertagesstätten bei der Diakonie. Wie die Stadt empfiehlt auch der Wohlfahrtsverband seinen Erzieherinnen, die in Spanien oder Großbritannien ihren Urlaub verbracht haben, sich testen zu lassen.

"Wir appellieren aber vor allem an die Eltern, ihre Kinder bei Grippe-Symptomen untersuchen zu lassen", sagt Paschmanns. "Wir werden jedenfalls verschnupfte Kinder in unserer Einrichtung zurzeit nicht betreuen können. Zum Schutz der anderen Kinder."

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