Laut der Initiative ist ein Tunnel für den RRX auch ohne Abriss möglich.

Angermund
Die ursprüngliche und immer noch favorisierte Planung der Bahn: Sechs statt vier Gleise und vier Meter hohe Lärmschutzwände. Simulation: DB

Die ursprüngliche und immer noch favorisierte Planung der Bahn: Sechs statt vier Gleise und vier Meter hohe Lärmschutzwände. Simulation: DB

Die ursprüngliche und immer noch favorisierte Planung der Bahn: Sechs statt vier Gleise und vier Meter hohe Lärmschutzwände. Simulation: DB

Düsseldorf. Die Initiative Angermund steht mit der Deutschen Bahn weiterhin auf Kriegsfuß. Wenige Tage, nachdem die Bahn die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten für den Bau einer neuen Trasse für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) durch Angermund vorgestellt hatte, hat die Initiative Angermund am Sonntag ihre eigenen Pläne präsentiert – und die Angst vor Lärmschutzwänden geschürt.

Tunnelpläne der Bahn sehen Abriss von Häusern vor

Man habe diverse Experten aus den Bereichen Hoch- und Tiefbau sowie Geologie und Architektur kontaktiert, um einen eigenen Entwurf für einen Tunnel unter dem Stadtteil zu erstellen. Nach diesen Planungen sei ein Tunnel nicht wesentlich breiter als die Variante auf dem jetzigen Niveau mit Lärmschutzwänden. Auch könne der Tunnel in offener Bauweise gebaut werden, ohne dass Gebäude abgerissen werden müssten. Zudem koste ihre Variante „nur“ 360 Millionen Euro.

Die Bahn hatte neben drei oberirdischen Varianten auch zwei Tunnellösungen geprüft: Eine in offener und eine in bergmännischer Bauweise. Bei beiden Varianten würde die Trasse sehr viel breiter (28 und 78 Meter mehr als die jetzige viergleisige Trasse). Bei der offenen Bauweise müssten nach Plänen der Bahn 46 Gebäude (davon 18 Wohnhäuser) abgerissen werden. In bergmännischer Bauweisen würden Kosten von einer Milliarde Euro entstehen. Die zusätzliche Breite der Trasse in den Plänen der Bahn lässt sich dadurch erklären, dass die einzelnen Röhren wesentlich mehr Platz bekommen als in den Entwürfen der Initiative.

Initiative nutzt Bilder von Zugunglück, um Angst zu schüren

Bevor die eigenen Pläne vorgestellt wurden, „erklärten“ die Sprecher der Initiative die bisherigen Planungen der Bahn, die zwei weitere Gleispaare und Lärmschutzwände vier Meter über der Gleisoberkante vorsehen. Dabei wurde kaum ein Detail ohne Polemik erklärt und grundsätzlich jede Aussage der Bahn zur Entwicklung des Lärms als unglaubwürdig abgestempelt. Der passive Schallschutz, also die Installation von Schallschutzfenstern und Lüftungen, wurde als „menschenverachtend“ bezeichnet. Außerdem würden die Immobilien bis zu 30 Prozent an Wert verlieren. Im ganzen Stadtteil seien das 100 Millionen Euro. Bilder vom ICE-Unglück in Eschede im Jahr 1998 wurden gezeigt mit der Botschaft: Das kann uns ohne Tunnel auch passieren. Am Ende hieß es dann noch in Richtung Bahn: „Wir sollten miteinander statt gegeneinander arbeiten.“

© WhatsBroadcast

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