In der Bar im Düsseldorfer Andreas-Quartier wurden die Jecken am Samstag nach dem Hoppeditz-Erwachen des Hauses verwiesen.

In der Bar im Andreas Quartier wurden die Jecken am Samstag nach dem Hoppeditz-Erwachen des Hauses verwiesen.
Blick in die Bar in der Empfangshalle des Andreas Quartiers.

Blick in die Bar in der Empfangshalle des Andreas Quartiers.

Sergej Lepke

Blick in die Bar in der Empfangshalle des Andreas Quartiers.

Düsseldorf. Und das zum Thema: „Unser Haus soll das Wohnzimmer Düsseldorfs sein.“ Vor wenigen Wochen hat Uwe Schmitz, CEO der Frankonia Eurobau und Bauherr des neuen Andreas Quartier in der Altstadt, bei einem Gespräch mit unserer Zeitung noch angekündigt: „Wir wollen offen sein. Das zeigen wir nicht nur durch unsere Gastronomie. Der Vorwurf einer ’Gated Community’ ist absolut unberechtigt. Ich wünsche mir, dass viele Neugierige uns besuchen. Darum haben wir unsere AQ-Bar auch Wohnzimmer Düsseldorfs genannt.“

Das gilt wohl nicht für alle Düsseldorfer, denn Karnevalisten sind von dieser „Offenheit“ im neuen Wohnzimmer offensichtlich ausgeschlossen und finden keinen Platz. Hans-Jörg Kohl. 2. Vorsitzender bei den Weißfräcken, wollte am Samstag nach dem Hoppeditz-Erwachen mit seiner Ehefrau die Bar im ehemaligen Gerichtsgebäude an der Mühlenstraße anschauen. Allerdings in Uniform – und das war den Verantwortlichen offenbar ein Dorn im Auge, denn weit sind sie nicht gekommen. „Wir waren einfach nur neugierig. Aber wir haben nur ungefähr einen Meter geschafft und hatten die Tür fast noch in der Hand, da kam schon ein Mitarbeiter des Hotels auf uns zu und erklärte uns, dass verkleidete Karnevalisten keinen Eintritt hätten. Davon, dass die Bar heute nur für Hotelgäste geöffnet sei, hat er keinen Ton gesagt. Daraufhin haben wir das Gebäude wieder verlassen. Das war uns dann zu blöde“, sagt Miriam Kohl.

Ihr Mann möchte die Angelegenheit am liebsten vergessen: „Dieser Mitarbeiter hat sicherlich nur den Anweisungen entsprechend gehandelt.“

Der Frankonia-Chef versucht, die Angelegenheit herunterzuspielen

Schmitz gibt allerdings zu: „Das war so gewollt. Wir haben bewusst entschieden, uns nicht dem karnevalistischen Treiben auszusetzen, aus Sorge, die Situation könnte außer Kontrolle geraten. Deshalb war die Bar nur für Hotelgäste geöffnet. Genauso werden wir es auch Rosenmontag handhaben.“

Bei den Karnevalisten stößt dieses Verhalten natürlich ziemlich sauer auf. Hans-Jürgen Tüllmann, Geschäftsführer des Comitee Carneval, erklärt: „Das ist natürlich absolut lächerlich. Wenn die dort eine Zwei-Klassen Gesellschaft haben möchten, ist das natürlich deren gutes Recht. Aber wir müssen ja auch nicht hingehen.“

Tüllmann verweist auf die anderen Luxushotels an der Königsallee, die sich bewusst den Karnevalisten öffnen und froh sind, dass sie dorthin kommen: „Zum Glück gibt es ja noch das Steigenberger Parkhotel und das Hotel Intercontinental. Diese Hotels freuen sich immer, wenn die Karnevalisten kommen, dort für Umsatz sorgen und wir vom Comitee Carneval freuen uns auch sehr, dass wir so ein gutes Verhältnis haben.“

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