Kultur statt Kippe: Der erster Apparat im öffentlichen Raum hängt am Brehmplatz. Die Poesie ist preiswerter als eine Zigarettenschachtel.

Düsseltal
Ingrid Fuxen regte an, den Literaturautomaten am Brehmplatz zu installieren.

Ingrid Fuxen regte an, den Literaturautomaten am Brehmplatz zu installieren.

A. Völkel

Ingrid Fuxen regte an, den Literaturautomaten am Brehmplatz zu installieren.

Düsseldorf. „Kultur statt Kippe, Lyrik statt Lucky Strike“ – so lautete das Motto von Pamela Granderath (Art Connection) und Christine Brinkmann (Zakk), als sie vor elf Jahren die Initiative für Literaturautomaten ergriffen. Auf unkonventionelle Art wollen sie seitdem zeitgenössische Literatur verbreiten. Seit Dienstag nun hängt auch der erste Literaturautomat im öffentlichen Raum. Mit Poesie und Kurzgeschichten in Schachteln befüllt befindet er sich an der Wand des Zoo-Pavillons am Brehmplatz 1.

Für zwei Euro gibt es eine Schachtel mit Poesie oder Kurzgeschichten

Im Stadtteil Düsseltal also, für den die Bezirksvertretung 2 zuständig ist. So verfolgten Bezirksbürgermeister Uwe Wagner und viele Stadtteilpolitiker gespannt, wie der weiße Automat an die Pavillonwand gebracht und befüllt wurde. Ganz genau schaute dabei Ingrid Fuxen hin. Die CDU-Bezirksvertreterin hatte vor gut einem Jahr den Antrag für den Automaten gestellt. Einstimmig war dies daraufhin vom Stadtteilparlament beschlossen worden, das auch die Kosten – rund 100 Euro – aus seinem Etat übernimmt.

„Ich war auch Patin für den Bücherschrank am Schillerplatz“, sagt Ingrid Fuxen. Als sie dann von der Idee des Literaturautomaten hörte, war sie ganz begeistert. Da sie sich nun auch als Patin für den Automaten am Brehmplatz engagieren möchte, durfte sie gestern als Erste eine Zwei-Euro-Münze in den Automatenschlitz stecken und den Schacht aufziehen.

Herauskommen da schwarz-weiße Schachteln, die mit Miniaturbüchern bestückt sind. Neben vier Fächern, bei denen man sieht, was man zieht, gibt es auch einen Überraschungsschacht mit Literatur von bekannten und unbekannten Autoren. Alle acht Wochen werden die Automaten neu befüllt.

Das Literaturautomaten-Projekt ist im Zakk angesiedelt. Jörg Gerhartz, der im Kulturzentrum an der Fichtenstraße als Hausmeister arbeitet, hat den ehemaligen Zigarettenautomaten (Baujahr 1991) im Internet ersteigert und dann für die Literatur liebevoll umgerüstet. Er ist weiß gestrichen und der Geldeinwurf muss auf 2 Euro umgestellt werden.

Andreas Zeiss, Pächter des Zoo-Pavillons, findet die Idee des Automaten gut. „Keine Frage, hier gibt’s den Kaffee to go und nun auch die Literatur dazu. Eine schöne Kombination.“ Er fürchtet jedoch Vandalismus, denn im Pavillon sei schon sehr oft eingebrochen worden.

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