Die Grünen bemängeln die Ausstattung. Die Stadt sagt zu, das zu überprüfen.

Fernverkehr
Annette Klinke (Grüne) erwartet zukünftig immer mehr Busreisende und sieht genau da das (Platz-)Problem .

Annette Klinke (Grüne) erwartet zukünftig immer mehr Busreisende und sieht genau da das (Platz-)Problem .

J. Michaelis (1)/M. Zanin (4)

Annette Klinke (Grüne) erwartet zukünftig immer mehr Busreisende und sieht genau da das (Platz-)Problem .

Düsseldorf. Mein Fernbus, Flix Bus, City2City, berlinlinienbus oder ADAC Postbus – wer verreisen will, hat schon länger nicht mehr nur die Wahl zwischen Auto oder Bahn. Mit dem Fernbus von Düsseldorf nach Berlin für nur 17 Euro: Auch wenn die Fahrt länger dauert, können die Bahn oder das Auto da nicht mithalten. Die Nachfrage steigt, das Angebot auch: 15 Buslinien allein des Anbieters Mein Fernbus laufen über den Düsseldorfer Busbahnhof an der Worringer Straße. Jetzt fordern die Grünen eine Überprüfung des Busbahnhofs, denn sie sind der Meinung: Der Platz reicht nicht aus.

Fraktionssprecherin Annette Klinke erklärt, wieso: „Der Fernbusverkehr wird auch in Zukunft wachsen. Da treffen die vielen Busse auf die große Anzahl an Reisenden mit ihrem Gepäck. Die Situation an den Bussteigen ist jetzt schon eng und wird damit immer enger.“

Schaut und hört man sich am Busbahnhof um, wird schnell deutlich, worauf Klinke anspricht: Zu Stoßzeiten sind die acht Busanleger voll besetzt. Versucht sich dann noch der nächste Bus dazwischen zu stellen, kommt es zu lautstarken Diskussionen zwischen den Fahrern. Von ihrer Seite aus ist deutlich zu hören, dass vor allem die Wege zum Busbahnhof zu eng und der Platz an den Haltestellen zu klein seien.

Für Reisende ist die zentrale Lage des Busbahnhofs perfekt

Bernd Thomas vom Verkehrsdezernat hält dagegen, denn es sei gerade dieser zentrale Standort, der den Busbahnhof so attraktiv mache: „Die Lage direkt neben dem Hauptbahnhof ist ideal für Busreisende. Denn viele kommen von außerhalb mit der Bahn, um dann mit dem Bus weiterzureisen.“ Die 23-jährige Laura Schwarz sieht das genauso: „Ich komme aus Krefeld mit dem Zug und kann ohne langes Rumfahren durch die Stadt direkt in den Bus steigen, das ist super.“

Passagiere fordern mehr Bänke und Überdachungen

Es gibt aber andere Dinge, die bemängelt werden. Was, wenn es regnet? Bei dieser Frage schauen sich viele etwas ratlos um, denn bis auf die acht kleinen Bushaltehäuschen gibt es keine Möglichkeit sich unterzustellen - zumindest nicht direkt an den Bussteigen. Jutta Kersten beklagt zudem, dass zu wenige Sitzgelegenheiten vorhanden seien. Der 19-jährige Jona Hamann hingegen sieht das ganz anders: „Das Geld sollte lieber woanders reingesteckt werden. Es gibt doch Regenschirme und wenn mal alles voll ist, dann warte ich eben fünf Minuten, bis der Bus richtig steht und ich einsteigen kann.“

In Vergleichs-Portalen wie z.B busliniensuche.de oder fernbusse.de können Fahrten von allen Anbietern verglichen und gebucht werden. Auch Angebote von Mitfahrgelegenheiten und der Deutschen Bahn werden aufgelistet. Sogar Bahntickets zum Sparpreis sind erhältlich, auch wenn sie bei der Bahn selbst ausverkauft sind.

Die Grünen fordern Kurzzeitparkplätze und geregelte Informations-Systeme, damit die Reisenden schneller ihren Bahnsteig finden. „Mittlerweile wurde ein Toilettenhäuschen auf dem Bussteig installiert. Das ist ein erster Schritt, aber das reicht nicht“, so Klinke.

Thomas versichert, dass der Stadt die problematische Situation am Busbahnhof bekannt sei. Den Forderungen werde man nachkommen und prüfen, ob und was am Busbahnhof verändert werden könne oder sogar dringend müsse. Er weist jedoch auf einen anderen Faktor hin: „Den Busbahnhof zu sanieren und attraktiver zu machen, ist eine Möglichkeit, aber löst das eigentliche Problem nicht“, so Thomas. Denn das liege in der steigenden Frequentierung des Bahnhofs, mit der beim Bau im Jahr 2009 noch nicht gerechnet wurde. „Wer am Bahnhof halten darf oder nicht, das hat nicht das Verkehrsamt zu entscheiden. Würde der Busbahnhof in die Hände von externen Betreibern gelegt, könnte der Markt beschränkt werden. Doch dann kommen ganz andere, juristische Probleme zu Tage.“

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