Gülle darf auch in diesem Jahr ausgebracht werden. Stadt kündigt Gespräche mit Landwirten an.

Niederkassel/Lörick
Düngung der Rheinwiesen ist umstritten.

Düngung der Rheinwiesen ist umstritten.

dpa

Düngung der Rheinwiesen ist umstritten.

Das Ausschütten von Gülle auf den linken Rheinwiesen ist ein Dorn im Auge der Anlieger. Seit 2013 gehen die Bewohner am Deich dagegen an, weil sie den „infernalischen Gestank“ nicht vor der Haustür haben wollen und sich zugleich vor dem „metallischen Glanz“ auf der Oberfläche der Wiesen fürchten. Da es sich hier außerdem um die Wasserschutzzone III handelt, ließ die Familie Hallen seinerzeit sogar auf eigene Rechnung eine Bodenanalyse durchführen. Aber die Verwaltung zeigt sich auch jetzt noch wenig beeindruckt. Sie betont, zur ordentlichen Bewirtschaftung und Sicherung der Nährstoffe sei eine Düngung erforderlich und rechtlich zulässig.

Die Grünen fürchten Gefahren für das Grundwasser

Die Grünen hakten jetzt nach: Im Grünordnungsplan sei eine Düngung notwendig, um nährstoffreiche Wiesen entstehen zu lassen. Nur müsse dies nicht unbedingt durch Gülle geschehen. Markus Loh von den Grünen im Bezirksrathaus Oberkassel: „Mit dem Eintrag von Gülle in den Boden ist neben dem Gestank eine Verschmutzung der Wiesenflächen zu befürchten, die auch zur Gefährdung des Grundwassers führen kann. Die Gülle beschädigt das Bodenleben. Sie ist das Endprodukt einer industriellen Landwirtschaft und kann daher keine naturnahe und vielfältige Entwicklung der Rheinwiesen vorantreiben. Sie soll daher verhindert werden.“

Nun hat die Stadt selbst ein Interesse an diesen Wiesen, besitzt sie doch 65 Prozent im linksrheinischen Deichvorland zwischen Theodor-Heuss-Brücke und und Freibad Lörick. Sie verpachtet diese „landwirtschaftliche Fläche“ als Mähwiese zur Heugewinnung. Dafür sei eine bedarfsgerechte Düngung eben „erforderlich und rechtlich zulässig“.

Nach Auskunft des Umweltamts muss der Pächter die Düngung zwei Wochen vor der geplanten Aufbringung anzeigen und über Art, Menge, Herkunft, Analyse und Nährstoffbilanz berichten. Um die Geruchsbelastung gering zu halten, sollte das Aufbringen möglichst in Bodennähe und bei geeigneter Witterung erfolgen.

Klipp und klar erklärt die Umweltbehörde, es werde auch in diesem Jahr mit Gülle gedüngt. Immerhin wolle man aber bis zum Sommer mit den Landwirten sprechen und nach der Sommerpause der Bezirksvertretung berichten. Bis dahin stinkt es eben weiter zum Himmel.

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