Wie Deutsche und Engländer das Spiel erlebten. Polizei ließ dem Auto-Korso nach dem Abpfiff keine Chance.

Düsseldorf. Voller Biergarten bei Manes Meckenstock im Volksgarten. Um 16 Uhr herrscht noch Anspannung statt ausgelassener Bierseeligkeit. Trotzdem ist die Vorfreude auf das Spiel ungebrochen - außer bei Mario, Franco und Andrea.

Die drei Italiener haben nach Italiens Ausscheiden in der Vorrunde den Spaß an der WM verloren. Das Spiel schauen sie trotzdem gern. "England gegen Deutschland, das ist ein Klassiker, das vorweggenommene Endspiel", sagt Andrea.

Ganz anders dagegen die Stimmung bei den Deutschen. Mehrere hundert Fans sitzen vor dem Meckenstocks, trotzdem könnte man in der Anfangsphase des Spiels zeitweise die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Nach den ersten guten Chancen für die deutsche Mannschaft sind die "Heimfans" aber voll da.

Um 16.20 Uhr schwillt nach Manuel Neuers weitem Abstoß ein erstes Grollen an, dann halten die Fans einen kurzen Moment lang die Luft an, um erst loszujubeln, als Kloses Fußspitze den Ball doch noch ins Eck spitzelt. Eins zu null für Deutschland. Zwölf Minuten später wird nach Podolskis Tor schon wesentlich selbstsicherer gejubelt.

"Ich bin vom Spiel total begeistert, damit hätte habe ich vorher nicht gerechnet", sagt Dirk, der nur noch einen Platz auf dem Boden bekommen hat. "Aber noch ist hier nichts entschieden", orakelt er weiter. Der Spielverlauf gibt ihm recht. Eigentlich müsste es zur Pause unentschieden stehen.

Nach der Pause sind englischen Fans noch ganz optimistisch

Szenenwechsel: Zur zweiten Halbzeit mit englischen Fans in einem Pub in der Altstadt. Noch ist Murphy aus England optimistisch. "Ich denke, England gewinnt in der Verlängerung mit drei zu zwei", ist er noch optimistisch. Dann fällt das dritte Tor für Deutschland und John schüttelt nur noch den Kopf. Lange Gesichter im Pub. Ein Tor und 25 Minuten später, Deutschland jubelt, John kommen die Tränen.

Danach geht es draußen los. So weit die Polizei das zulässt. Denn zu einem Auto-Korso kommt es praktisch nicht. Kö, Heine-Allee und Interimsstraße wurden unmittelbar nach dem Abpfiff dicht gemacht. So wurde eine "Rundfahrt" der Fußball-Fans unmöglich.

Die Kö glich zeitweise einer Fußgängerzone. "Bis jetzt war alles friedlich. Aus der Altstadt sind die Ersten jetzt schon wieder auf dem Heimweg", zog ein Sprecher der Leitstelle eine erste Bilanz.

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