Seniorenheim und Waldorf-Kindergarten teilen sich in Gerresheim einen Hof. Das klappt gut.

Gerresheim
Altenheimbewohnern Erika Nowicki (87) mit Kindern des Kindergartens von nebenan.

Altenheimbewohnern Erika Nowicki (87) mit Kindern des Kindergartens von nebenan.

Das Team aus Kindergärtnern und Heimmitarbeitern: Uta Rosen (Kindergarten), Jörg Steinberger (Altenheim) und Petra Schütz (Altenheim).

Melanie Zanin, Bild 1 von 2

Altenheimbewohnern Erika Nowicki (87) mit Kindern des Kindergartens von nebenan.

Düsseldorf. Ein Haus für Senioren direkt neben einem Kindergarten: Das birgt Konflikte, könnte man meinen. Doch hier, im Heinrich-Zschokke-Haus in Gerresheim, machen die älteren Menschen mit ihren kleinen Nachbarn gemeinsame Sache bei verschiedenen Aktivitäten.

Nicht nur an Sankt Martin oder zu Karneval ziehen die Kinder durch das Haus für Senioren. „Einige besuchen den Morgenkreis der Älteren“, erklärt Uta Roosen. Sie leitet den Waldorfkindergarten gleich nebenan. „Sie basteln auch mit den alten Menschen.“

Gerresheim
Altenheimbewohnern Erika Nowicki (87) mit Kindern des Kindergartens von nebenan.

Altenheimbewohnern Erika Nowicki (87) mit Kindern des Kindergartens von nebenan.

Das Team aus Kindergärtnern und Heimmitarbeitern: Uta Rosen (Kindergarten), Jörg Steinberger (Altenheim) und Petra Schütz (Altenheim).

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Das Team aus Kindergärtnern und Heimmitarbeitern: Uta Rosen (Kindergarten), Jörg Steinberger (Altenheim) und Petra Schütz (Altenheim).

Gerade im Sommer sitzen die älteren Frauen und Männer gerne am Fenster und schauen den Kindern auf dem Hof zu. „Ich erlebe, dass sich die Senioren sehr über die Kinder freuen“, sagt die Betreuerin des Sozialdienstes, Petra Schütz. Heute sitzen die Senioren an einem großen Tisch und rollen sich einen Ball zu. Kurz darauf wird gesungen. Auch Ehrenamtliche kommen hierher. „Wir freuen uns über jeden, der etwas mit den Senioren machen möchte.“

Der Kindergarten war von Anfang an integrativ angelegt

Manche der älteren Menschen sind zur Kurz- oder Langzeitpflege hier, doch auch der Tagesbesuch ist möglich. Hierfür werden die Senioren morgens abgeholt und können tagsüber bei den Aktivitäten mitmachen. „Außerdem haben wir elf altersgerechte Wohnungen“, sagt Jörg Steinsberger. Der neue Leiter des Hauses ist seit Oktober 2016 dabei.

Drüben im Waldorfkindergarten Goldberg hängen die Jäckchen direkt neben den kleinen Schuhen. Die Kinder sind gerade aus dem Mittagsschlaf erwacht. Das viele Holz und die hellen großen Fenster, dazu der Duft von frisch gebackenem Brot, machen die Atmosphäre sehr gemütlich.

Heinrich-Zschokke-Haus Das Altenheim liegt an der Hagener Straße 58, 40625 Düsseldorf, Telefon 0211 929450 Waldorfkindergarten Der Kindergarten Goldberg ist direkt nebenan gelegen. Ehrenamtlich Interessierte können sich unter info@heinrich-zschokke-haus.de melden heinrich-zschokke-haus.de waldorfkindergarten-goldberg.de

„Wir haben Eltern, die sich bewusst für einen Waldorfkindergarten entscheiden“, berichtet Uta Roosen, „aber es kommen auch Eltern, die diese Wärme hier schätzen.“

Der Kindergarten besteht schon seit über dreißig Jahren. Von Anfang an war er integrativ angelegt. „Derzeit ist Inklusion in aller Munde. Alle Kinder sollen zusammen sein“, findet Ute Roosen. Mit Playmobil wird hier nicht gespielt. Die Kinder sollten selbst kreativ werden. „Stattdessen haben wir handgefertigte Spielsachen.“ Beide Einrichtungen folgen den anthroposophischen Lehren. „Der Geist ist immer gesund, er muss gelockt werden“, sagt Jörg Steinsberger. Außerdem wird selbst und biologisch gekocht.

„Altenpfleger sind die Hebammen auf der anderen Seite.“

Jörg Steinsberger, Leiter des Altenheims

Das Haus soll auch ein Ort sein, an dem Menschen sterben können. „Altenpfleger sind die Hebammen auf der anderen Seite“, erklärt der Leiter. „Für uns gibt es wiederholtes Erderleben, deshalb ist der Tod nicht das Ende.“ Der Aufbahrungsraum ist ein Ort, an dem die Angehörigen von den Verstorbenen Abschied nehmen können. „Wir helfen den Menschen, gut zu sterben“, sagt der Leiter. Eine Totengedenkfeier ist hier sehr wichtig. „Wir schauen auf den Anfang des Lebens und dort, wo sich Menschen von ihrem irdischen Leben verabschieden.“

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