Die Studentin Jessica Di Dio ist wohlbehalten aus Japan zurückgekehrt.

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Die Studentin Jessica Di Dio ist froh, wieder in Deutschland zu sein.

Die Studentin Jessica Di Dio ist froh, wieder in Deutschland zu sein.

Bernd Nanninga

Die Studentin Jessica Di Dio ist froh, wieder in Deutschland zu sein.

Düsseldorf. Es hätte ein schöner Japanaufenthalt zur Kirschblüte werden sollen, doch er nahm ein jähes Ende bevor er überhaupt richtig begonnen hatte. Jessica Di Dio, die an der Heine-Universität „Modernes Japan“ studiert, wollte ihre Semesterferien dazu nutzen, in Japan auf Entdeckungsreise zu gehen.

Ihren Aufenthalt in Osaka, knapp 570 Kilometer entfernt von Fukushima, brach sie jedoch aufgrund der aktuellen Ereignisse frühzeitig ab, auch wenn sie selbst nicht direkt von der Katastrophe betroffen war. Am Sonntagabend startete ihr Flieger vom Flughafen in Osaka, am Montagnachmittag landete sie schließlich sicher auf deutschem Boden.

Das Erdbeben erlebte sie auf der Terrasse ihrer Unterkunft

„Ich hatte mich gerade hingesetzt und wollte lernen, als die Erde etwa drei Minuten wackelte.“ Vor zwei Jahren hatte die Studentin bereits ein Jahr in Japan verbracht und schon einige kleinere Erdbeben erlebt, doch keines dauerte so lange. Noch mulmiger zumute wurde ihr, als sie nach kurzer Zeit besorgte Anrufe und Mails aus Deutschland erreichten.

Auch mit ihren 14 Kommilitonen, die sich zu dieser Zeit ebenfalls in Japan aufhielten, stand sie in ständigem Kontakt: „Ein Kommilitone richtete gleich eine Infobörse auf Facebook ein, die dabei half, sich mit den anderen Mitgliedern des Instituts zu verständigen.“ So erfuhr sie, dass alle anderen ebenfalls wohlauf waren.

Die deutsche Botschaft sowie ihre Familie und Freunde in Deutschland wollten sie natürlich trotzdem so schnell wie möglich nach Deutschland zurückzuholen. Auch Jessica Di Dio wollte Japan so schnell wie möglich verlassen. Sorge bereitete ihr vor allem die unterschiedliche Nachrichtenlage in beiden Ländern.

Oftmals wusste ihre Familie in Deutschland mehr, als sie selbst durch japanisches Fernsehen und Radio in Erfahrung hätte bringen können: „Während die deutschen Medien bereits eine Kernschmelze in Betracht zogen, sprachen die japanischen Nachrichtensender nur von einer Evakuierung.“

Dadurch wuchs die Sorge und Unsicherheit bei der jungen Frau, so dass sie sich letztlich dazu entschloss, ihren Aufenthalt abzubrechen und nach Deutschland zurückzukehren. „Ich bin einfach froh, wieder hier zu sein.“

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