Die Werkstatt für angepasste Arbeit investiert 100 000 Euro.

Die Werkstatt für angepasste Arbeit investiert 100 000 Euro.
Ute Grigoleit (v.l.) und Torsten Vogel gehören zum Serviceteam im renovierten Café Südpark, das Melanie Schwemin (r.) leitet,

Ute Grigoleit (v.l.) und Torsten Vogel gehören zum Serviceteam im renovierten Café Südpark, das Melanie Schwemin (r.) leitet,

Melanie Zanin

Ute Grigoleit (v.l.) und Torsten Vogel gehören zum Serviceteam im renovierten Café Südpark, das Melanie Schwemin (r.) leitet,

Düsseldorf. Von der Decke bis zum Boden ist alles neu im Café Südpark. 100 000 Euro investierte die Werkstatt für angepasste Arbeit (Wfaa) jetzt in den beliebten Treffpunkt für Familien und Senioren an der Straße In den großen Banden.

Viel heller und geräumiger wirkt das gerade renovierte und teilweise sanierte Café im Südpark. Seit Juni hat Melanie Schwemin hier die Leitung. Sie und ihre 23 Mitarbeiter, davon 15 mit Behinderungen, sind sehr zufrieden. Denn die neue Decke schluckt den Schall. „Gerade an den gut besuchten Sonntagen kam man hier abends mit rauschenden Ohren raus“, sagt Schwemin. Nun haben sich die Arbeitsbedingungen sehr verbessert.

Von der alten Einrichtung im Café ist nur der Umriss der Theke geblieben. Auch die Kühltheke ist neu, der Boden ebenfalls, und die Toiletten wurden saniert. Mehr als 80 Gäste finden drinnen Platz. Auf der Terrasse im Park gleich neben dem Minigolfplatz gibt es weitere 100 Plätze.

Das Café ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Schon vormittags kommen viele Spaziergänger aus dem Park. Ab mittags wird das Café ein beliebter Treffpunkt für Mütter mit Kindern. So wie für Kim Wielens, die mit ihren beiden kleinen Söhnen seit vier Jahren regelmäßig hier vorbeischaut. „Das ist total schön geworden, hell, einladend“, lobt sie.

Viele mieten das Café und den Pavillon für Familienfeste

Vieles haben die Mitarbeiter der Werkstatt für angepasste Arbeit in Eigenregie übernommen. „Die breiten Sitzbänke und die Thekenverkleidung sind in der hauseigenen Schreinerei entstanden,“ erklärt Andrea Schmidt, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die Mitarbeiter hätten sich gefreut, „auf einer richtigen Baustelle zu arbeiten“, ergänzt sie.

Auch die österlichen Gestecke auf den Tischen sind eigene Kreationen. Denn die Gesellschaft, die rund 1800 Menschen mit und ohne Behinderungen beschäftigt, betreibt auch eine Deko-Werkstatt.

Im renovierten Café haben die Eltern nun mehr Platz für die Kinderwagen. Auch eine Spielecke ist eingerichtet. Hier werden in den kommenden Tagen noch eine Werkbank, eine kleine Holzküche und eine Kugelbahn aufgestellt. Auch das gesamte Holzspielzeug wird von den Beschäftigten der Werkstatt hergestellt. Zu kaufen ist es beispielsweise im benachbarten Hofladen.

Natürlich wird auch der Kuchen für das Café im Höfchen im Südpark selbst gebacken. In der Küche ist Koch Tarik Ebrem der Chef, er hat schon im Berens am Kai im Hafen gearbeitet. Von 10 bis 12 Uhr gibt’s Frühstück im Café. Aber auch Salate, Suppen und Flammkuchen stehen auf der Speisekarte und für die kleinen Gäste gibt’s Nudeln und Hot Dog. Zum Service des Hauses gehört aber auch eine Mikrowelle, in der die Mütter und Väter die mitgebrachte Kinderkost aufwärmen können.

Eröffnet wurde das Café Südpark 1994. Damals noch im kleinen Pavillon gegenüber. 1998 folgte dann der Umzug in das größere Haus, das zuvor als Geräteschuppen gedient hatte. Auch der alte Pavillon wurde kürzlich renoviert. Er kann für Veranstaltungen (bis 40 Personen) gemietet werden. Das kostet 75 Euro.

Das Café der Werkstatt wird auch für Familienfeste, Taufen, Kindergeburtstage sowie Trauerfeiern genutzt. Was Leiterin Melanie Schwemin aber besonders freut: „Wir haben oft Gäste mit Handicap. Sie fühlen sich wohl hier. Die Hemmschwelle, zu uns zu kommen, ist offenbar niedriger als anderswo.“

» Café Südpark, In den Großen Banden 58-60, Telefon 88 25 84-4064, geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr, Küche bis 17 Uhr.

wfaa.de

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