Rheinbahn fürchtet keine finanziellen Verluste, aber Image-Schaden.

Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.
Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

Martin Goldhahn

Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

Düsseldorf. Nach dem Bahn-Chaos, bei dem hunderttausende Pendler auf Busse und Bahnen warten mussten und sich wegen fehlender Beschilderung und ausgefallenen Anzeigetafeln kaum zurechtfanden, ist wieder Routine eingekehrt. Laut Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher fahren seit gestern Morgen wieder alle Bahnen pünktlich. Nur an einigen Haltestellen funktionierten die Anzeigetafeln noch nicht einwandfrei. „Das ist Teil des Heilungsprozesses. Aber wichtig ist, dass der Kern des Übels, nämlich die lahmgelegten Bordcomputer der einzelnen Busse und Bahnen, wieder funktionieren“, so Schumacher.

Ein Systemabsturz hatte am Donnerstag in rund 550 Fahrzeugen die Bordcomputer lahmgelegt. Grund: Ein fehlgeschlagenes Software-Update, bei dem neue Inhalte auf das Betriebsleitsystem geladen werden sollten. Offenbar passten die Dateigrößen nicht – das System brach zusammen. Ohne funktionierenden Bordcomputer irrten Busse und Bahnen im Blindflug durch die Stadt. Fahrer mussten vor jedem Tunnel Kontakt zur Leitstelle aufnehmen, sich die Weichen umlegen lassen und auf das Okay zum Weiterfahren warten – all das, was sonst automatisch über den Bordcomputer geschieht.

In der Nacht zu gestern sind die letzten Bordcomputer von Technikern manuell neu gestartet worden. „Es wurden die alten Daten wieder drauf gespielt“, erläutert Schumacher. Der nächste Versuch, das Software-Update zu installieren, steht kurz bevor. „Wir wissen ja jetzt, wie es nicht geht“, so Schumacher. Man werde nun einen erneuten Systemabsturz dadurch verhindern, dass die Daten in kleineren Portionen aufgespielt werden.

Einen erheblichen finanziellen Verlust durch den Systemausfall befürchtet die Rheinbahn nicht. „Die Techniker wurden von anderer Stelle abgezogen und nicht zusätzlich eingesetzt“, so Schumacher. Auch die Einbußen durch defekte Fahrkartenautomaten seien nicht erheblich. „Der Löwenanteil unserer Kunden verfügt über ein Dauerticket.“ Viel schlimmer sei der Image-Schaden, sagte Schumacher.

Der Umzug der Rheinbahn-Verwaltung von Oberkassel nach Lierenfeld ist indes in vollem Gange. Ab Montag sind die Mitarbeiter auf der Lierenfelder Straße 42 zu erreichen.

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