Bei zig Einsätzen entfernte die Feuerwehr bereits Eiszapfen und -platten, die von Dächern zu stürzen drohten.

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Auf der Königsallee musste am Donnerstag gleich zwei Mal die Drehleiter ausgefahren werden, um Eisplatten zu entfernen.

Auf der Königsallee musste am Donnerstag gleich zwei Mal die Drehleiter ausgefahren werden, um Eisplatten zu entfernen.

Bernd Schaller

Auf der Königsallee musste am Donnerstag gleich zwei Mal die Drehleiter ausgefahren werden, um Eisplatten zu entfernen.

Düsseldorf. Mit dem Besenstiel zerstückelt der Feuerwehrmann von einer Drehleiter aus die Eisplatten auf dem Dachfirst. Die Brocken prasseln auf den Gehsteig der Kö - direkt vor den Eingang der Edelboutique Gucci. Rot-weiße Flatterbänder halten Passanten und Schaulustige Donnerstagmittag beim Eiseinsatz der Feuerwehr zurück. Nur wenige Minuten muss die nächste Drehleiter zum Prachboulevard ausrücken: Diesmal stürzen Eisplatten vom Dach der Deutschen Bank.

Zuerst war es der Schnee, jetzt ist es das Tauwetter: Der Winter hält die Einsatzkräfte der Stadt kräftig in Atem. Schon am Mittwoch rückte die Feuerwehr 20 Mal aus, um zu verhindern, dass Eiszapfen und gefrorener Schnee auf die Straßen stürzten. Am Donnerstag stiegen die Einsatzzahlen sogar noch an. Schon kurz nach 8 Uhr am Morgen mussten Feuerwehrleiter einen rund 70 Zentimeter langen Eiszapfen von einem Haus an der Brunnenstraße entfernen. Von dort aus ging es gleich weiter zur Oststraße, Ecke Tonhallenstraße, wo auf einer Länge von 70 Metern Eiszapfen und -platten abzustürzen drohten. Bis zum Nachmittag folgten 22 weitere Einsätze. Die Meldungen kamen meist von hörbar erschrockenen Fußgängern, die von den herabfallenden Eisbrocken nur knapp verfehlt worden waren. "Das ist nicht ohne", warnt Feuerwehrsprecher Hans Jochen Hermes. "Solche Platten können schwere Kopfverletzungen verursachen."

Hauseigentümer haften, wenn jemand verletzt wird

Laut Michael Grossmann, Leiter des Rechtsamtes, haftet der Hauseigentümer, wenn Passanten durch herabstürzendes Eis verletzt werden. Besitzer von Immobilien sollten sich deshalb jetzt darum kümmern, Zapfen und Platten zu beseitigen oder Firmen damit zu beauftragen. Laut Andreas Hartnigk, CDU-Ordnungspolitiker und Jurist, ist die Rechtslage im Einzelfall aber nicht unbedingt so eindeutig: Wenn der Hauseigentümer etwa gerade verreist sei, hafte er wohl nicht für Schneeschäden.

Seit dem 5. Januar rückte die Feuerwehr mehr als 50 Mal aus, um Gefahr durch Eisplatten zu bannen.

Die Einsatzzahl liegt höher als 2009 - da fiel aber auch weniger Schnee.

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