Münchner Derag-Gruppe verabschiedet sich von Hotel-Plänen.

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Das Stadthaus an der Mühlenstraße stammt aus dem 17. Jahrhundert. Dort sitzen immer noch städtische Dienststellen.

Das Stadthaus an der Mühlenstraße stammt aus dem 17. Jahrhundert. Dort sitzen immer noch städtische Dienststellen.

BN

Das Stadthaus an der Mühlenstraße stammt aus dem 17. Jahrhundert. Dort sitzen immer noch städtische Dienststellen.

Düsseldorf. Nach dem Aus für ein Fünf-Sterne-Hotel im Amts- und Landgericht wird es an der Mühlenstraße nun auch nichts mit einem Luxus-Hotel im Stadthaus.

Die Münchner Derag-Gruppe zieht sich nach monatelangen Prüfungen zurück. Grund ist ein Streit mit der Stadt über die Frage, in welchem Maße Holzbalken in den Decken erhalten bleiben sollten oder nicht. Beide Seiten geben sich enttäuscht.

"Es ging um den Austausch von neun Holzbalkendecken", sagt Rechtsanwalt Dietmar Mampel von der Kanzlei Taylor Wessing, die von Derag beauftragt wurde. Zu 80 Prozent gebe es im Stadthaus bereits Stahlbetondecken, da sei es kaum zu verstehen, dass die - auch statisch nicht sicheren - Decken nicht hätten ausgetauscht werden dürfen.

Zudem habe die Stadt den Ratschlag gegeben, die mit dem inzwischen verbotenen Holzschutzmittel PCP verseuchten Balken im Dachgeschoss mit einem neuen Schutzanstrich zu versehen oder die Räume wegen der Ausgasungen nicht zu benutzen. Mampel: "Diese Vorgabe lässt sich mit einem Hotelbetrieb nicht vereinbaren."

Schlussfolgerung von Derag-Chef Heinz Mayer: "Wir sind sehr enttäuscht darüber, wie die Stadtverwaltung einem Unternehmen, das sich wirtschaftlich für die Stadt einsetzen möchte, Steine in den Weg legt." Es gibt also nichts mit Baumaßnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Der Kauf des Hauses war mit 5,5 Millionen Euro taxiert.

Elbers denkt ans Wohnen, Conzen an die Uni

Planungsdezernent Gregor Bonin bedauert es "sehr, dass das Projekt nicht verwirklicht wird", meint aber: "Wir haben das Stadthaus mit der Auflage verkauft, mit dem Denkmalschutz eine Einigung zu finden.

Da geht es um Details - eine generelle Erklärung oder Freigabe für eine Umbaumaßnahme konnte es nicht geben." Bonin resümiert: "Denkmal ist schwierig, Denkmal kostet Geld."

Bonin möchte nach Abstimmung mit OB Elbers versuchen, rasch einen Investor zu finden, der das Stadthaus in eine Wohnimmobilie verwandelt. Dies dürfte mit dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäude auch eher funktionieren.

CDU-Fraktionschef Friedrich Conzen plädiert dafür, der Uni das repräsentative Gebäude als Anlaufstelle in der Stadt zur Verfügung zu stellen. "Investieren könnte der Freundeskreis der Hochschule."

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