Zwei Veranstalter von Groß-Konzerten sagen, wie sie die Folgen der Abstimmung bewerten.

Ed Sheeran
Superstar Ed Sheeran

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dpa

Superstar Ed Sheeran

Die CDU-Fraktion will am Montagabend festlegen, wie sie in der Sondersitzung zum Ed-Sheeran-Konzert abstimmen will. Im Vorfeld haben zwei Veranstalter von Festivals und Konzerten mit mehreren Zehntausend Zuschauern erläutert, wie Düsseldorf in ihrer Branche nach der Entscheidung gesehen werden wird. „Eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt würde Düsseldorf massiv schaden“, sagt Bernd Vidahl, der unter anderem die Konzerte auf der Loreley sowie „Rock over Germany“ mit mehr als 100 000 Zuschauern organisiert hat.

Die Stimmen der CDU sind nach jetzigem Stand ausschlaggebend für die Frage, ob das Konzert genehmigt wird, weil die Ampel-Kooperation keine eigene Mehrheit hat. Die Grünen hatten bereits ihr „Nein“ erklärt, weil für den Auftritt des britischen Sängers auf dem Messeparkplatz 104 Bäume gefällt werden müssen.

Neben Bernd Vidahl misst auch Stefan Lehmkuhl der Entscheidung eine große Tragweite bei. Lehmkuhl ist Mitinhaber des Unternehmens Goodlive, das unter anderem die großen Festivals Lollapalooza Berlin, Melt und Splash veranstaltet. „Es ist für unsere Branche nicht ungewöhnlich, dass eine Genehmigung erst wenige Wochen vor einem Konzert kommt. Da wird man normalerweise nicht nervös, weil man ja eigentlich sicher sein kann, dass sie kommt, wenn die passenden Gutachten vorliegen“, sagt der Berliner. Ein Veranstalter prüfe so etwas im Vorfeld stets so weit, dass er mit der Genehmigung rechnen könne.

Lehmkuhl lobt, dass Düsseldorf eingesprungen ist, als das Ed-Sheeran-Konzert in Essen abgesagt wurde. „Dann muss man sich aber auf seine politischen Partner verlassen können.“ Wenn die Veranstaltung nun kurzfristig abgesagt würde, wäre das „peinlich“ für Düsseldorf und „ein falsches Signal“ mit Blick auf alle weiteren Pläne. „Da wird Politik auf dem Rücken von mehr als 80 000 Fans gemacht. Das sollte man sich gut überlegen.“

Bernd Vidahl sagt, er könne nicht nachvollziehen, wie es zu der aktuellen Lage in Düsseldorf gekommen sei. Der Veranstalter des Konzerts (FKP Scorpio) sei sehr erfahren im Umgang mit großen Zuschauermengen. Ein Vergleich mit der Loveparade sei auch deshalb unangebracht, weil der Parkplatz in Düsseldorf zu allen Seiten offen sei, während die Fans in Duisburg durch einen Tunnel gemusst hätten. „Es gibt keine sachlichen Gründe für eine Absage. Das wäre eine rein politische Begründung - und das müssen die Politiker dann auch sagen.“

Vidahl erläutert auch, was der Messeparkplatz als Konzert-Ort für Düsseldorf bedeuten kann. „Düsseldorf hätte mit einer solchen Fläche ein Alleinstellungsmerkmal.“ Bisher sei die Stadt als Veranstaltungsort im Vergleich zu Köln, Gelsenkirchen oder Mönchengladbach im Hintertreffen. Das könnte sich mit der neuen Fläche ändern. „Mit einer Absage würde man diese Chance vertun, und die Folgen wären auch für die anderen Hallen in der Stadt spürbar“, sagt Vidahl. FKP Scorpio als größter Veranstalter in Europa und andere hätten dann voraussichtlich nur noch wenig Interesse, den Standort Düsseldorf voranzubringen.

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