Wenn Parkausweise in Anwohnerzonen ablaufen, erinnert die Stadt die Bürger nicht mehr. So mancher erlebte deshalb eine böse Überraschung.

Wenn Parkausweise in Anwohnerzonen ablaufen, erinnert die Stadt die Bürger nicht mehr. So mancher erlebte deshalb eine böse Überraschung.
Man sollte nachschauen, wie lange die Park-Ausnahmegenehmigung noch gültig ist. Die Stadt erinnert nicht mehr an die Verlängerung.

Man sollte nachschauen, wie lange die Park-Ausnahmegenehmigung noch gültig ist. Die Stadt erinnert nicht mehr an die Verlängerung.

Sergej Lepke

Man sollte nachschauen, wie lange die Park-Ausnahmegenehmigung noch gültig ist. Die Stadt erinnert nicht mehr an die Verlängerung.

Düsseldorf. Die Stadt verzichtet seit Anfang des Jahres darauf, Besitzern von Anwohnerparkausweisen ein so genanntes Verlängerungsschreiben zu schicken. Das konnten die Düsseldorfer dem Amt für Verkehrsmanagement zurücksenden und den Ausweis, der ja bezahlt werden muss, je nach Wunsch um ein Jahr oder maximal drei Jahre verlängern.

Eine WZ-Leserin aus Unterbilk erlebte jetzt eine böse Überraschung. Sie fand ein Knöllchen an der Windschutzscheibe und stellte erst so fest, dass ihr Bewohnerparkausweis – so heißt die orangene Pappe, die man ins Auto sichtbar legen muss offiziell - abgelaufen war. Sie sagt: „Ich ärgere mich sehr darüber, dass die Stadt jetzt auf die frühzeitige Warnung verzichtet.“

Die Unterbilkerin wollte nun so schnell wie möglich den Antrag für die Verlängerung ihres Parkausweises für zwei Jahre stellen. Da kam die nächste städtische Hürde. Sie wollte einen Termin im Bürgerbüro ausmachen. Doch da erfuhr sie auf den städtischen Internetseiten: „Das für eine Vorabbuchung über das Internet oder Telefon vorgehaltene Terminangebot ist aktuell vollständig ausgebucht.“ So schrieb sie direkt an das Amt für Verkehrsmanagement mit der Bitte, den Bewohnerparkausweise zu verlängern. Sorgen machte sie sich beim Hinweis der Stadt auf eine mögliche sechs Wochen lange Bearbeitungszeit. Und so kamen erste Überlegungen auf, das Auto in der Zeit ohne gültigen Anwohnerparkausweis außerhalb des Viertels oder gar am Stadtrand zu parken, um nicht täglich ein 15-Euro-Knöllchen zu riskieren. Die Unterbilkerin hatte dann Glück. Innerhalb weniger Tage hatte sie den neuen Parkausweis einfach im Briefkasten liegen, und konnte sich weitere Behördenanrufe und -gänge sparen. Doch das Problem für Zehntausende Düsseldorfer bleibt.

So bestätigt Holger Odenthal, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, den Wegfall der Benachrichtigungen zum 1. Januar 2017. „Wir haben einfach sehr viele Briefe ungeöffnet zurückbekommen.“ Odenthal spricht von rund 50 Prozent, die Leute seien in vielen Fällen umgezogen. „Da lohnen Aufwand und Porto nicht.“

Holger Odenthal erklärt gegenüber der WZ: „Die meisten denken selber dran, den Ausweis zu verlängern.“ Doch per Brief sei dies heute ein stückweit veraltet.

Stadt stellt pro Jahr 24 000 Bewohnerparkausweise aus

24 000 Anwohnerparkausweise stellt die Stadt für Bewohner der ausgewiesenen Gebiete aus, dies umfasst neue Anträge und Verlängerungen. Der Parkausweis für ein Jahr kostet 30 Euro, für zwei Jahre 55 Euro und für drei Jahre 75 Euro. Wer für drei Jahre zahlt, aber nach zwei Jahren an einen anderen Ort zieht, bekommt das Geld von der Stadt zurückerstattet.

Odenthals Tipp: Den Antrag sollte man per Fax (0211/892 9614) oder per E-Mail (genehmigungen.verkehr@duesseldorf.de) stellen. Dies sechs Wochen vor Ablauf des Ausweises. Persönlich geht dies in den Bürgerbüros, im Straßenverkehrsamt am Höherweg und im Dienstleistungszentrum Willi-Becker-Allee. Ohne Termin kann man den Antrag am Servicepoint des Amtes Auf’m Hennekamp 15 stellen (montags bis freitags von 7.30 bis 13 Uhr). Da sei der Andrang meist nicht so groß wie in den Bürgerbüros.

Odenthal versichert: „Wer einen Antrag laufen hat und in der Wartezeit eine Verwarnung erhält, muss diese nicht bezahlen.“ Allerdings: Der Betroffene muss den Verwarnungsbogen an das Ordnungsamt zurückschicken und erklären, dass er den Antrag für den Parkausweis gestellt hat. Das Ordnungsamt gleicht dann die entsprechenden Angaben des Betroffenen beim Amt für Verkehrsmanagement ab.

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