Junge Katholiken und auch Stadtdechant Rolf Steinhäuser kritisieren den Vatikan.

Monsignore Rolf Steinhäuser.
Monsignore Rolf Steinhäuser.

Monsignore Rolf Steinhäuser.

Monsignore Rolf Steinhäuser.

Düsseldorf. Die Entscheidung des Papstes, den Holocaust-Leugner Richard Williamson wieder in die katholische Kirche zu integrieren, wird auch von Vertretern der katholischen Kirche in Düsseldorf kritisch gesehen. Stadtdechant Rolf Steinhäuser sagte, er sei "sehr erstaunt darüber, mit welcher Naivität die Sache gehandhabt" werde. "Man steht fassungslos davor", sagte der Monsignore.

Er sieht den Fehler bei den Beratern von Papst Benedikt. "Überall woanders würden personelle Konsequenzen gezogen. Das ist mindestens eine heftige Panne. So etwas darf einfach nicht passieren und kann nicht ohne Konsequenzen bleiben."

Die Motivation des Papstes, überhaupt eine Annäherung zu der erzkonservativen Pius-Bruderschaft, welcher Williamson angehört, zu suchen, bemüht sich Steinhäuser als "seelsorgerische Maßnahme" zu verstehen. "Damit sagt der Papst nicht: ,Wir stehen hinter euch’, sondern ,Wir geben euch ein Zeichen’."

Dass jedoch ein solches Entgegenkommen ausgerechnet erklärten Gegnern des Zweiten Vatikanischen Konzils - das in den 60er Jahren den Weg für eine erneuerte und weltoffenere Kirche freimachte - gilt, ist schwer nachzuvollziehen. Das weiß auch Steinhäuser. "Pius-Brüder haben eine extreme Position." Deutlichere Worte findet er für Williamsons "verqueres Weltbild": "Ich könnte so jemanden als Ansprechpartner nicht akzeptieren."

Ebenso sieht es der Bund der Deutschen Katholischen Jugend. "Ich halte das für untragbar", sagt Michael Bier vom Vorstand des Stadtverbands Düsseldorf. "Menschen wie Williamson haben nichts in der katholischen Kirche zu suchen."

Wie Benedikt XVI, wie der Vatikan einem solchen Desaster nun begegnen könne, vermag Bier nicht zu sagen. Wohl aber, wie es auf die Aktiven im BDKJ wirke: "Wer sich bei uns engagiert, kann nicht verstehen, wie es zu so einer Entscheidung kommen kann." Für den BDKJ-Vorstand steht indes fest: Jemand wie Williamson "hätte nie wieder in die Kirche zurück gedurft".

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