Jubiläum: In der Stadthalle feiert die Handwerkskammer ihre 60. Meisterfeier mit dem prominenten Festredner, Abtprimas Notker Wolf.

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Abtprimas Notker Wolf mit den jahresbesten Meisterinnen Jessica Butzen (li.) und Anne-Marie Dönni.

Abtprimas Notker Wolf mit den jahresbesten Meisterinnen Jessica Butzen (li.) und Anne-Marie Dönni.

Bernd Schaller

Abtprimas Notker Wolf mit den jahresbesten Meisterinnen Jessica Butzen (li.) und Anne-Marie Dönni.

Düsseldorf. Er ist als Abtprimas "Chef" aller Benediktiner weltweit und wurde als Rockmusiker mit seiner roten E-Gitarre bekannt. Doch vor allem ist Notker Wolf für seine klaren Worte bekannt. Diese fand er auch als Festredner bei der 60. Meisterfeier des Handwerks am Sonntag in der Stadthalle.

"Über unsere Klöster, wo es alle Gewerke gibt, habe ich stets einen engen Kontakt zum Handwerk gehabt. Die Handwerker haben uns oft wieder auf den Boden der Wirklichkeit heruntergeholt", sagt Wolf. Für ihn bedeutet sozial sein, nicht nur verteilen. "Wer die Voraussetzungen schafft, dass jeder selber arbeiten kann, das nenne ich sozial", erklärt der Abtprimas und erinnert sich an die Handwerksschulen seines Ordens in Tansania.

Die Banken haben aus der Krise nichts gelernt

"Wenn Menschen mit eigener Hände Arbeit etwas schaffen können, begreifen sie, dass sie etwas wert sind", sagt Wolf. Um die schwierige Zukunft zu meistern, fordert er die Menschen vor allem dazu auf, ausdauernd, diszipliniert und flexibel zu bleiben.

Dagegen erkennt er bei den krisengeschüttelten Banken bereits wieder die Rückkehr zum alten Trott. "Die bekommen günstige Kredite vom Staat und geben das Geld dann wieder zu teuren Konditionen an die Menschen heraus. Da zweifelt man, ob dort die Krise etwas ändern wird", ärgert sich der Abtprimas.

Eine Kerbe in die auch Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff schlägt: "Man kann doch nicht mit den Versagern der Vergangenheit die Zukunft neu gestalten", sagt er. Treffend und präzise sind die Vergleiche, wenn Wolf seine Arbeit als Abt eines Klosters mit der eines mittelständischen Unternehmers vergleicht. "Beide haben einen hohen Qualitätsanspruch und beide arbeiten an einem unverwechselbaren Platz, wo man erkennen kann, was bei der Arbeit herauskommt", sagt Wolf. Es sei wichtig, seinen Mitarbeitern Vertrauen zu schenken und kein Klima der Angst aufzubauen.

Bei den Jungmeistern in der Stadthalle ist die Stimmung angesichts der aktuellen Ereignisse gemischt. "Ich hatte die Meisterschule noch vor dem Beginn der Krise angefangen, weil ich nach 18 Jahren als Monteur endlich den entscheidenden Schritt machen wollte", sagt Hans-Willi Hüben (38). Jetzt wartet der Kfz-Meister mit dem Schritt in die Selbstständigkeit erst einmal ab. "Zurzeit ist es leichter, von den Banken Geld für eine Kneipe als für einen Kfz-Betrieb zu bekommen", ärgert sich der Jungmeister.

Stete Zuwächse beim eigenen Geschäft trotz der Krise

Durchaus positiv beurteilt Dachdeckermeisterin Michaela Danker (28) die Situation. "Die Stimmung bei uns im Betrieb ist gut. Ich bin selbst in der Ausbildung tätig und dort sehr glücklich", sagt die Neusserin, deren Sohn Felix (5) sich für den festlichen Anlass extra eine Krawatte umgebunden hat.

"Für mich war die Meisterprüfung Plicht", sagt Jessica Butzen aus Krefeld, die als Jahresbeste im Friseurhandwerk geehrt wurde. Mit ihrem Mann hat sie bereits im Oktober ein eigenes Geschäft eröffnet. "Der Laden läuft gut und wir können noch Zuwächse verzeichnen", freut sich die Friseurin.

© WhatsBroadcast

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