Noch ist das Logistikzentrum an der Wiesenstraße nicht gebaut, da kurven schon die Laster durch Heerdt. Und nun soll ein viel größeres Logistikzentrum an der Clarissenstraße entstehen. Die Anlieger sind empört.
Noch ist das Logistikzentrum an der Wiesenstraße nicht gebaut, da kurven schon die Laster durch Heerdt. Und nun soll ein viel größeres Logistikzentrum an der Clarissenstraße entstehen. Die Anlieger sind empört.

Noch ist das Logistikzentrum an der Wiesenstraße nicht gebaut, da kurven schon die Laster durch Heerdt. Und nun soll ein viel größeres Logistikzentrum an der Clarissenstraße entstehen. Die Anlieger sind empört.

Judith Michaelis

Noch ist das Logistikzentrum an der Wiesenstraße nicht gebaut, da kurven schon die Laster durch Heerdt. Und nun soll ein viel größeres Logistikzentrum an der Clarissenstraße entstehen. Die Anlieger sind empört.

Düsseldorf. Das einstige Gelände der Firma Dyko an der Wiesenstraße 57 geht - wie berichtet - in US-amerikanische Hände. Wo einst Produkte für die Glasindustrie hergestellt wurden und bis zur Schließung der Firma Preiss-Daimler Ende 2013 rund 120 Mitarbeiter beschäftigt waren, entsteht ein Logistikzentrum. 400 Lastwagenfahrten am Tag sowie 80 Fahrten in der Nachtzeit sind geplant. Die Hallen sind noch nicht errichtet, da gibt es schon einen neuen Bauantrag für ein Auslieferungslager an der Clarissenstraße 44. Hatten die linksrheinischen Bezirksvertreter das erste Logistikzentrum akzeptiert, so ziehen sie jetzt die Reißleine und lehnen den Bauantrag ab. Im sonst eher ruhigen Rathaus Oberkassel hagelte es Proteste.

Scharfe Kritik von den Politikern und dem Bürgerverein Heerdt

Bezirksbürgermeister Rolf Tups (CDU) gab zeitweilig seinen Vorsitz an den SPD-Vize Axel Warden ab, um als „normales Mitglied“ zu wettern. Denn das Auslieferungslager für Online-Bestellungen von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs ist in einer großen Halle mit unterirdischer Sprinklertank, mit Parkplätzen und einem Erdwall zur Bebauung an der Rudolfstraße geplant. Derzeit wird das riesige Areal (37 900 Quadratmeter) von einem hohen, uneinsehbaren Zaun vor neugierigen Blicken geschützt.

Der Logistik-Betrieb, der bislang lediglich geplant ist, soll rund um die Uhr von Montags Null Uhr bis Samstag Mitternacht funktionieren. In der Halle ist nicht nur an integrierte Kühlräume, sondern auch an einen zweigeschossigen Büro-, Sozial-, Technik- und Sanitärtrakt gedacht. An der Stadtgrenze, so argumentiert die Bauaufsicht, könne die Auslieferung nach Neuss, Meerbusch und Düsseldorf gut abfließen. Das Amt für Verkehrsmanagement spricht gar von einer „geringen Belastung“ für den Stadtteil Heerdt, handele es sich doch um höchstens jeweils 50 einfahrende und ausfahrende Fahrzeuge pro Stunde in der Spitzenzeit.

Rolf Tups, der stets für Wirtschaft und Nahversorgung ist, wetterte los: „550 zusätzliche Laster pro Tag, das ist zu viel für Wiesen-, Düsseldorfer- und Heerdter Landstraße, vor allem für den Handweiser.“ Jahrelang habe man im Bezirksrathaus eine Lösung für den belasteten Heerdter Verkehrsknoten gefordert. Vermutlich lege man die Ergebnisse der Schadstoffmessungen nur deshalb immer noch nicht vor, weil die Schadstoffe höher liegen als in der Corneliusstraße. CDU-Ratsherr Giuseppe Saitta assistierte, ein zweites Logistikzentrum sei in Heerdt ohne schlüssiges Verkehrskonzept nicht tragbar. FDP, SPD und Grüne stimmten zu.

Parallel dazu äußert sich der Vorsitzende des Heerdter Bürgervereins, Clemens Sökefeld, in einem Protestbrief. In drei Punkten fasst er seine Kritik zusammen: Es sei falsch, von einem reinen Gewerbegebiet zu sprechen, denn an der Clarissenstraße, Rudolfstraße und Pestalozzistraße liegen Wohngebäude. Für die Autos der Anlieger wurden an der Pestalozzistraße Parkbuchten angelegt und die Laster mit einem Parkverbot belastet. Für die Bürger der Rudolfstraße habe man sogar einen Gehweg gebaut, eben weil es sich um Anwohnerstraßen handelt. Im Übrigen verweist auch Sökefeld auf die ausstehenden Ergebnisse der Schadstoffmessungen am Handweiser.

Da schon jetzt die Transporter von Dachser an der Stadtgrenze für eine „chaotische“ Situation sorgen, erklärt Sökefeld: „Jeder zusätzliche Logistikverkehr droht, den endgültigen Infarkt herbeizuführen. Es wäre schade, wenn die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung im Neuss-Düsseldorfer Hafen durch verantwortungsloses Verwaltungshandeln torpediert würde und weitere Unternehmen ihre Drohung wahr machen und der Firma UPS nach Monheim folgen würden.“

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