Zwei Männer der Düsseldorfer Feuerwehr sind das Park Inn in Berlin hinauf gerannt. Nicht wegen eines Brandes, sondern für den Spaß.

Thorsten Janiszewski (links) und David Herresbach vertraten Düsseldorf am Wochenende beim Skyrun in Berlin.
Thorsten Janiszewski (links) und David Herresbach vertraten Düsseldorf am Wochenende beim Skyrun in Berlin.

Thorsten Janiszewski (links) und David Herresbach vertraten Düsseldorf am Wochenende beim Skyrun in Berlin.

Simon Nagel

Thorsten Janiszewski (links) und David Herresbach vertraten Düsseldorf am Wochenende beim Skyrun in Berlin.

Berlin. Der Anblick, der sich am Berliner Alexanderplatz bietet, wirkt alarmierend: Feuerwehrautos, so weit das Auge reicht, und vor dem Eingang des Park-Inn-Hotels stehen mehr als 80 Feuerwehrleute in voller Montur, auf dem Rücken schwere Atemluftflaschen.

Doch kein Feuer ist der Grund für die Anwesenheit der Retter - es ist sportlicher Ehrgeiz. 125 Meter, 39 Stockwerke und 770 Stufen sollen in Rekordzeit bezwungen werden. Mit am Start stehen auch Thorsten Janiszewski (24) und David Herresbach (25), Berufsfeuerwehrmänner aus Düsseldorf.

300 Meter Sprint und dann geht es steil nach oben. 770 Stufen müssen die beiden Feuerwehrmänner der Wachen Wersten und Gerresheim hinauf. Die dicke Feuerschutzkleidung und die große Flasche mit Atemluft auf dem Rücken - zusammen rund 15 Kilo schwer - machen den Aufstieg nicht gerade leicht.

Als Zweierteam müssen die beiden den engen fensterlosen Treppenschacht des ehemaligen DDR-Luxushotels erklimmen. Da heißt es auf den Teamkollegen zu achten, denn nicht mehr als ein Treppenabsatz darf zwischen beiden liegen - darauf achten die Streckenposten.

"Am schlimmsten ist es im 20. Stock", meint David Herresbach. "Da kommt das Motivationstief wenn man merkt, dass es nochmal 20 Stockwerke sind." Doch die beiden halten durch. Nach neuneinhalb Minuten und mehr als 730 Stufen sind sie kurz vor dem Ziel. Dort wird es noch einmal schwierig.

Mehr als 380 Feuerwehrleute aus ganz Europa sind in diesem Jahr angetreten. Darunter nur zwölf Frauen.

Dass Feuerwehrleute die Extrembelastung eines solchen Treppenlaufen auf sich nehmen hat nicht allein sportliche Gründe. Treppenlaufen gehört für Feuerwehrleute zum Tagesgeschäft. Brennt es in einem Hochhaus ist der Aufzug auch für die Feuerwehr tabu.

Am 28. August werden Feuerwehrleute wieder den Fernsehturm am Düsseldorfer Landtag erklettern.

Auf den glatten Stufen ist mit den schweren Feuerwehrstiefeln jeder Schritt doppelt anstrengend. Als sie endlich auf dem Dach über dem Alexanderplatz ankommen, haben sie für die schöne Aussicht über das sonnige Berlin keinen Sinn. Nur schnell raus aus der warmen Kleidung und bei einem Glas Wasser Luft holen.

"Dieses Jahr haben wir nur Ausdauer trainiert", sagt David Herresbach, als er sich ein wenig erholt hat. Und das Training hat sich gelohnt. Ihre Zeit vom Vorjahr konnten die beiden leicht verbessern. Zu einem Platz auf dem Podest reicht das aber nicht. Da landen am Ende des Tages zwei Extremsportler aus Tschechien - die Düsseldorfer nehmen es gelassen. Dabeisein sei ja schließlich alles.

"Im 20. Stock kommt das Motivationstief, wenn man merkt, dass es nochmal 20 Stockwerke sind."

David Herresbach

Doch es ist auch die Herausforderung, die die beiden lockt. Herresbach und Janiszewski laufen zweimal im Jahr in voller Montur die Treppen hoher Gebäude hinauf. Im August steht dann der Düsseldorfer Fernsehturm auf dem Programm. Der ist, da sind beide überzeugt, eine noch größere Herausforderung als das Park Inn.

"Der Fernsehturm ist höher und die Stufen sind steiler", sagt David Herresbach. Aber nicht nur das macht für Marathonläufer und Triathlet Thorsten Janiszewski den Reiz aus: "Beim Triathlon kämpfst du alleine. Das hier ist Teamwork."

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