Ein Düsseldorfer hat in seinem neuen Haus einen fetten Fund gemacht: Gehört das Bargeld abgegeben – oder eingesteckt?

Düsseldorf. Sie sagen nicht, wer es war. Sie sagen nicht, wo und wann es war. Die Stadt sagt nur eins: Ein Düsseldorfer hat in seinem neuen Haus einen fetten Fund gemacht, Genau 305000 D-Mark hat der ehrliche Mann beim Fundbüro abgegeben. Das Geld habe sich hinter dem Kachelofen befunden, in dicken Bündeln und in Papier eingewickelt.

Das Ordnungsamt brachte das Geld aus Sicherheitsgründen zur Bank - dem Mann winken drei Prozent Finderlohn, also gut 9000 D-Mark bzw. 4680 Euro. Wenn kein Eigentümer auszumachen ist, kann der Hauskäufer das Geld (156 000 Euro) behalten.

Rein rechtlich kauft man das Geld nicht mit dem Haus

Wie würden Sie sich verhalten? Wenn es Ihr Haus wäre, hätten Sie dann das Geld nicht mitgekauft? Ingo Apel muss da grübeln und ist sympathischerweise sogar unsicher - was alle, welche die Scheinchen eingesteckt hätten, ein wenig beruhigen dürfte. Apel ist Jurist und Vorstand des Vereins der Hauseigentümer. Das Nachschlagen im Fachbuch zeigt aber:

Das Geld - eine bewegliche, herrenlose Sache - wäre nur dann frei verfügbar, wenn der rechtmäßige Eigentümer "den direkten Besitz der Sache bewusst aufgegeben hat". Will heißen: Er muss sich vom Geld nachvollziehbar absichtlich getrennt haben. Weil das vermutlich nicht bewiesen werden kann, hat sich der ehrliche Finder gesetzeskonform verhalten.

Für freie Geister schwer zu ertragen. "Wer ein Liebling der Götter ist, darf ein solches Geschenk annehmen", sagt Jacques Tilly, Wagenbaumeister der Jecken. "Dieser Fund ist doch wie ein Schatz." Ähnlich Kabarettist Martin Meier-Bode (Stunk-Sitzung): "Das Geld gehört zum Haus wie die Tapete. Ich würde es ein Jahr angucken und dann neue Kostüme kaufen."

Dieter Birnbacher, Philosophieprofessor an der Heine-Uni, ist dagegen ganz anderer Meinung: "Das ist ein klarer Fall. Der rechtmäßige Besitzer muss sein Geld zurückbekommen. Der Finder hat es ja beim Hauskauf nicht miterworben." Pfarrer Ansgar Steinke ist nicht minder vorsichtig.

"Erst muss die rechtliche Seite geklärt werden. Wem gehört das Geld, wird der Fund besteuert?" Wenn er es aber behalten dürfte, würde er es auch tun. "Aber einen Teil würde ich abgeben."

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