Ein verspäteter Winter, trüber Frühling, kurzer Sommer und stürmischer Herbst – die WZ zieht Bilanz.

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Im März musste Sara Cvijanovic (18) lange kratzen, um die Scheibe von Schnee zu befreien.

Im März musste Sara Cvijanovic (18) lange kratzen, um die Scheibe von Schnee zu befreien.

Schuften in der Julihitze: Joan Irimia, Marius Giurescu und Joan Boghean arbeiteten auf der Baustelle der Kirmes.

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Im März musste Sara Cvijanovic (18) lange kratzen, um die Scheibe von Schnee zu befreien.

Düsseldorf. Es ist eines der Lieblingsthemen im alltäglichen Plausch mit Nachbarn, Freunden oder Arbeitskollegen: das Wetter. Weil es eben immer irgendwie Gesprächsstoff liefert, egal ob da gejammert oder geschwärmt wird. Der klimatische Rückblick auf das Jahr 2013 zeigt: Zweiteres dürfte in Düsseldorf seltener an der Tagesordnung gewesen sein. Darauf lassen zumindest die Zahlen in der Tabelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) schließen: 94 Tage mit winterlichen Temperaturen stellten gerade einmal 49 Sommertage buchstäblich in den Schatten. Ein frostiges Jahr für Düsseldorf?

Frostig wurde es in der Tat, allerdings später, als man es erwarten sollte. Während im Januar zeitweise beinahe frühlingshafte Temperaturen herrschten, bescherte uns der März dann den kältesten Tag des Jahres. Am Mittwoch dem 13. maßen die Wetterstationen 13,3 Grad minus. Schneeberge türmten sich in den Straßen, die Kinder hatten ihren Spaß, Rheinbahn und Stadtwerke Müh und Not, dem Klima zu trotzen. „In der Fachsprache heißt das Märzwinter“, erklärt Christoph Hartmann vom DWD. Insgesamt schneite es 2013 in Düsseldorf an 35 Tagen, fast einen Monat lang bedeckte die Stadt eine Schneedecke.

Auf den verlängerten Winter folgte dann ein eher trüber und nasser Frühling. Die größte Menge an Regen ergoss sich am 16. Mai über der Stadt (20,2 Liter pro Quadratmeter). Zum Ausgleich zeigte sich dann endlich auch der Sommer – wenn auch stets nur für kurze Dauer. Richtig warm wurde es erstmals im Juni, im Juli feierten die Düsseldorfer Bäder Rekord-Besucherzahlen. Der sonnigste Tag war der 7. Juli (14,8 Stunden), der heißeste der 2. August: Knapp 38 Grad verzeichnete der DWD. „Kurze, intensive Sommer sind typisch für Deutschland“, meint Hartmann. Nicht ungewöhnlich also.

Zum Ende des Jahres jagte ein Sturmtief das andere

Ungewöhnlicher waren da schon die Stürme, die zum Herbst durch die Straßen fegten und dort für einiges Chaos sorgten. Das Orkantief „Christian“ bescherte der Stadt mit 89,3 Kilometern pro Stunde am 28. Oktober den windigsten Tag des Jahres. Ihm schloss sich „Xaver“ Anfang Dezember an. „Ein Tief jagte das andere“, resümiert Hartmann.

Festhalten lässt sich also: ein später Wintereinbruch, trüber Frühling, kurze Sommerphasen und ein stürmischer Herbst. Abwarten, was uns 2014 bringt.

Insgesamt genau 606,3 Liter pro Quadratmeter regneten auf Düsseldorf herab. Damit liegt der Wert 2013 unter dem Düsseldorfer Durchschnitt von 772,8 Litern.

Die Durchschnittstemperatur 2013 liegt bei 10,2 Grad.

Insgesamt schien die Sonne in Düsseldorf 1407,9 Stunden lang an insgesamt 284 Tagen im Jahr. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 1504,2 Stunden.

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