Rückläufige Besucherzahlen und leere Reihen: Düsseldorfer Kinos verzeichneten einen Abwärtstrend.

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Kalle Somnitz (Düsseldorfer Filmkunstkinos): „2013 war kein gutes Jahr für uns.“

Kalle Somnitz (Düsseldorfer Filmkunstkinos): „2013 war kein gutes Jahr für uns.“

Judith Michaelis

Kalle Somnitz (Düsseldorfer Filmkunstkinos): „2013 war kein gutes Jahr für uns.“

Düsseldorf. Ziemlich bestes Kinojahr - das war einmal. 2012 knackten die Kinoumsätze noch alle Rekorde, doch 2013 zog es deutlich weniger Besucher vor die Großleinwände. Dieser Trend macht sich auch in den Düsseldorfer Kinos bemerkbar. Rückläufige Zuschauerzahlen, leere Reihen – steckt die Kinobranche in der Krise?

Wenn Kalle Somnitz von den Filmkunstkinos (Cinema, Bambi etc.) auf 2013 zurückblickt, sieht er ein eher mageres Kinojahr. 175 000 Besucher kamen insgesamt, eine schlechte Bilanz. „Gut ist, wenn wir die 200 000-Marke knacken“, meint Somnitz. Am besten sei noch der Film „Hannah Ahrendt“ mit 5457 Zuschauern gelaufen, „Django unchained“, der deutschlandweit gefeierte Tarantino-Western konnte gar nur 4440 Zuschauer anlocken. Klar rückläufige Zahlen, da die jahresbesten Filme normalerweise bei etwa 10 000 Besuchern lägen, so Somnitz. Den starken Rückgang erklärt er sich auch damit, dass es 2013 Jahr keinen großen Kunstfilm gab.

Eine Strategie, um wieder mehr Zuschauer zu gewinnen, hat das Filmkunstkino allerdings noch nicht. „Bisher hatten wir nie Rückgänge, von daher müssen wir uns erst noch daran gewöhnen“, sagt Somnitz.

600 000 Besucher waren 2013 im Ufa-Palast

Auch die großen Kinoketten bekommen die Krise zu spüren. Die Zuschauerbilanz des Ufa-Palastes weist ein Minus von zwei bis drei Prozent auf: Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr nur knapp 600 000 Menschen die Säle am Hauptbahnhof.

Der Grund: „Es war in diesem Jahr kein richtiger Super-Blockbuster dabei“, meint Frederic Riech vom Management des Ufa-Palasts. Dafür sei das Kinderkinofest sehr erfolgreich gewesen, auch Opern- und Ballettaufführungen wurden mehr gezeigt als in den Jahren zuvor.

Schlechtere Zahlen als im Super-Kino-Jahr 2012 schreibt auch das UCI im Hafen. Nur knapp 500 000 Zuschauer kamen 2013. Thomas Schülke, Marketingdirektor, ist dennoch zufrieden. Dass die Zahlen im Vergleich zu 2012 etwas zurückgingen, liege auch daran, dass 2012 ein „Sensationsjahr“ für das Kino gewesen sei, mit „Ausnahmefilmen“ wie „Ziemlich beste Freunde“ und „Skyfall“, dem neuen Bond-Film.

Trotzdem wolle man die Besucherzahlen in diesem Jahr wieder steigern. Schülke setzt dabei vor allem auf erfolgreiche deutsche Filme wie derzeit „Fack ju Göhte“., ein „Sensationsfilm“, wieSchülke findet. Bis Ende 2013 lockte der Film allein im UCI Düsseldorf 26 000 Zuschauer an, deutschlandweit knackte er sogar die Sechs-Millionen Marke. Mit mehr solchen Knüllern dürften sich auch die Kinosäle wieder füllen. „Unsere Branche lebt von Überraschungen“, sagt Schülke. „Und 2014 wird es die sicher wieder geben.“

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