Max (19) ist nach eigener Aussage an Altweiber Opfer eines Polizeiübergriffs geworden. Ein Video belegt offenbar seine Anschuldigungen.

Ein Handyvideo zeigt Max unversehrt vor dem Eingreifen der Beamten – wenig später sieht man sein Gesicht im selben Film blutüberströmt.
Ein Handyvideo zeigt Max unversehrt vor dem Eingreifen der Beamten – wenig später sieht man sein Gesicht im selben Film blutüberströmt.

Ein Handyvideo zeigt Max unversehrt vor dem Eingreifen der Beamten – wenig später sieht man sein Gesicht im selben Film blutüberströmt.

Max (19) hat mehrere Schnittwunden und eine tiefe Platzwunde über dem Auge. Polizisten sollen ihn geschlagen oder getreten haben.

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Ein Handyvideo zeigt Max unversehrt vor dem Eingreifen der Beamten – wenig später sieht man sein Gesicht im selben Film blutüberströmt.

Düsseldorf. Max zerschneidet seinen Berliner mit Messer und Gabel. Abbeißen kann er nicht, sein Gesicht ist stark geschwollen. Mehrere Schnittwunden in seinem Gesicht wurden geklebt, eine große Platzwunde über dem rechten Auge genäht. Der 19-Jährige wurde an Altweiber in der Altstadt verletzt. Und er sagt: Es waren Polizisten.

Ein Freund von ihm hat die Ereignisse gegen 19 Uhr in der Kurze Straße mit dem Handy gefilmt: Max steht auf den Stufen vor einer Kneipe, als mehrere Polizisten versuchen, einen Jungen neben ihm wegzuziehen. Max hält den anderen fest, gerät selbst in den Fokus der Beamten. Er stößt den Arm eines Polizisten weg - da greifen sie zu mehreren durch, ziehen den 19-Jährigen von den Stufen. "Es waren so drei bis fünf Polizisten", berichtet Carolin (19), eine Freundin von Max, die nur wenige Meter entfernt stand.

"Sie haben ihn gepackt und auf den Boden gedrückt. Dann habe ich ihn erst ein bisschen später wieder gesehen, als er nochmal mit dem Kopf hochkam. Da war er voller Blut." Das zeigt auch das Handyvideo: Die Verletzungen des jungen Mannes stammen eindeutig aus den zwei Minuten, in denen er von Beamten überwältigt wird.

Max selbst erinnert sich nur noch, dass sein Kopf auf den Boden gedrückt wird. "Der war natürlich voller Scherben", sagt der Azubi. "Dann habe ich von oben Stöße bekommen - ob es Schläge waren oder Tritte, weiß ich nicht. Dann war ich ziemlich weggetreten."

Vater will Anzeige gegen die Polizeibeamten erstatten

Im Unfallhilfszelt kommt Max wieder zu sich. Die Sanitäter entscheiden, dass er im Krankenhaus behandelt werden muss. Im Marien-Hospital werden seine Wunden versorgt. Max’ Vater ist außer sich: "Wir waren völlig schockiert. Für mich ist das einfach unerklärlich." Er hat inzwischen Kontakt zu einem Anwalt aufgenommen. "Wir werden Anzeige gegen die Polizisten erstatten."

Im Polizeipräsidium nimmt man die Vorwürfe ernst. "Sobald wir eine Anzeige vorliegen haben, werden wir in alle Richtungen ermitteln und alle Beteiligten anhören", kündigt Sprecher Wolfgang Rodax an. "Für die Polizeibeamten ist Altweiber sehr anstrengend und sie müssen durchgreifen - aber natürlich nur im gesetzmäßigen Rahmen."

Tatsächlich habe es in der fraglichen Zeit einen Einsatz in der Kurze Straße gegeben. Randalierer hatten dort offenbar Flaschen auf die Polizisten geworfen, die ohne Helm unterwegs waren. Das bestätigen auch Max’ Freunde. "Die Gegenstände flogen aber eher aus Richtung ,Zille’ von der anderen Straßenseite", sagt der 26-jährige Alex. "Aus unserer Umgebung kam da nichts."

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