Im Sommer 2000 explodierte am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn eine Rohrbombe mit TNT. Die zehn verletzten Opfer waren überwiegend jüdische Einwanderer. Nun soll ein Rechtsradikaler wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Verdächtiger nach Wehrhahn-Anschlag festgenommen
Spurensuche nach dem Anschlag (Archivbild).

Spurensuche nach dem Anschlag (Archivbild).

Gero_Breloer

Spurensuche nach dem Anschlag (Archivbild).

Düsseldorf. Gut 17 Jahre nach dem Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn ist gegen den mutmaßlichen Attentäter Anklage erhoben worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Justizkreisen erfuhr, ist die mehr als 250 Seiten starke Anklageschrift beim Düsseldorfer Landgericht eingegangen. Darin werden 96 Zeugen benannt.

Dem Rechtsradikalen wird zwölffacher versuchter Mord vorgeworfen. Damit droht ihm als Höchststrafe lebenslange Haft. Sein Motiv soll Fremdenhass sein. Der Angeschuldigte bestreitet die Tat. Die Opfer waren überwiegend jüdischen Glaubens.

Es handelt sich um einen rund 50-jährigen Mann, der bereits unmittelbar nach der Tat festgenommen worden war, aber mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen werden musste. Der Verdächtige betrieb damals in der Nähe des Tatorts einen Militaria-Laden und galt als Waffennarr.

Ungeborenes Baby getötet

Am 27. Juli 2000 um 15.03 Uhr war am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn eine Rohrbombe explodiert, gefüllt mit dem Sprengstoff TNT. Ein Metallsplitter drang in den Bauch einer schwangeren Frau ein und tötete ihr ungeborenes Baby. Die Frau schwebte in Lebensgefahr. Der Splitterhagel reichte 100 Meter weit.

Insgesamt wurden zehn Menschen verletzt - überwiegend jüdische Einwanderer aus Osteuropa. Die Opfer kamen vom Deutschunterricht an einer Sprachschule.

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