900 Obdachlose kommen in städtischen Notunterkünften unter, 400 bei der Wohnungshilfe.

Ein Obdachloser sitzt in Düsseldorf in einem Hauseingang.
Ein Obdachloser sitzt in Düsseldorf in einem Hauseingang.

Ein Obdachloser sitzt in Düsseldorf in einem Hauseingang.

Dieter Alsleben

Ein Obdachloser sitzt in Düsseldorf in einem Hauseingang.

Düsseldorf. In Düsseldorf muss niemand auf der Straße schlafen. Doch es gibt eine Reihe von Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen lieber unter freiem Himmel übernachten, als in eine feste Unterkunft zu gehen. Was in der warmen Jahreszeit kein Problem ist, wird bei Dauerfrost wie für die nächsten Tage angesagt leicht zur tödlichen Gefahr.

„Die Landeshauptstadt verfügt in enger Kooperation mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe über ein engmaschiges und umfangreiches Angebot für wohnungslose Menschen. Mit niedrigschwelligen Angeboten werden auch diejenigen erreicht, die am Rande der Gesellschaft stehen. Wir lassen niemanden allein“, so Stadtdirektor und Sozialdezernent Burkhard Hintzsche. Es stehen ganzjährig unterschiedliche Unterkünfte für den Tag und die Nacht zur Verfügung. Auch in diesem Winter wird die Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des heiligen Franziskus, Sozialwerke, in Kälteperioden zusätzliche Übernachtungsplätze auf der Prinz-Georg-Straße anbieten. Mit diesem Angebot können dann auch Menschen erreicht werden, die herkömmliche Unterkünfte nicht aufsuchen.

Ganzjährig stehen 140 Plätze in Notschlafstellen zur Verfügung

Derzeit sind in Düsseldorf rund 400 Menschen in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und rund 900 Menschen in städtischen Notunterkünften, sowohl in Sammelunterkünften als auch in Einzelwohnungen untergebracht.

Daneben stehen ganzjährig rund 140 Plätze in Notschlafstellen zur Verfügung. Die Anzahl dieser Plätze kann bei Bedarf jederzeit erweitert werden. In diesen Einrichtungen besteht auch die Möglichkeit, zur Körper- und Wäschepflege, zur medizinischen Grundversorgung und zur Sozialberatung.

Bei der Beratung steht die Vermittlung von Wohnraum, wie zum Beispiel in eine eigene Wohnung, in eine besondere stationäre Einrichtung oder in eine städtische Notunterkunft im Vordergrund. In den Tagesstätten sowie von der Bahnhofsmission und der Armenküche werden bei Bedarf warme Mahlzeiten beziehungsweise warme Getränke angeboten.

Im Durchschnitt übernachten etwa 120 bis 150 Menschen auf der Straße. Scham, Unwissenheit, Angst vor Behörden, Alkohol- und Drogensucht oder psychische Probleme sind oftmals Gründe, warum sie bisher die Angebote der Wohnungslosenhilfe nicht angenommen haben.

Auch Vorbehalte gegen vorhandene Regeln in der Unterkunft, aber auch die freie Entscheidung für eine andere Lebensform, gehören dazu. Um auch diese Menschen erreichen zu können, finanziert die Landeshauptstadt Düsseldorf zusammen mit dem Landschaftsverband Rheinland Streetworker. Diese halten Kontakt zu den Menschen, die auf der Straße leben. Durch regelmäßigen Kontakt und Gespräche mit den Wohnungslosen werden einzelfallbezogene Angebote zur Beseitigung der Wohnungslosigkeit unterbreitet.

Ordnungs- und Servicedienst geht auf Streife und leistet Hilfe

Gerade im Winter zeigt sich, dass trotz aller Bemühungen die vorhandenen Angebote nicht angenommen werden und obdachlose Menschen weiter auf der Straße übernachten. Diesen Menschen gilt, wie in den vergangenen Jahren, ein besonderes Augenmerk.

Die Streetworker und der Ordnungs- und Servicedienst des Ordnungsamtes sind an kalten Winterabenden verstärkt im Stadtgebiet unterwegs und weisen auf die Angebote für wohnungslose Menschen hin. Ist erkennbar, dass die Betroffenen die Hilfen nicht annehmen wollen, leisten sie auch Hilfe beim Überleben auf der Straße und stellen zum Beispiel Schlafsäcke zur Verfügung.

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