Prognose: Arbeitslosenzahl wird steigen.

Düsseldorf. Mehr und mehr Flüchtlinge finden den Weg in den Integration Point der Agentur für Arbeit. „Nach dem Start im September waren es 50 Flüchtlinge, mittlerweile haben sich 1400 beraten lassen“, sagt Agentur-Chef Roland Schüßler. 1260 Personen konnten in Einstiegskurse vermittelt werden, 300 in berufsbezogene Sprachkurse, weniger als 30 in Arbeit.

Die Behörde hat reagiert und den Integration Point personell besser ausgestattet. Mittlerweile arbeiten dort 25 statt zehn Mitarbeiter. Mit Blick auf die Flüchtlinge spricht Schüßler von einem „Riesenpotenzial, das wir nutzen können und auch nutzen müssen“. Dieser Prozess benötigt laut Schüßler jedoch Zeit: Oft müssen zunächst traumatische Ereignisse verarbeitet werden. Dann dauert allein ein Integrationssprachkurs neun Monate. Acht Monate muss man kalkulieren, um die berufliche Qualifikation eines Krankenpflegers anerkennen zu lassen.

„Wir versuchen nun verstärkt, Sprach- und Integrationskurse parallel zu Praktika in Unternehmen laufenzulassen.“ Probearbeiten sei ein wichtiger Weg, um die Kompetenzen vieler Flüchtlinge herauszufinden. „Viele kommen ohne Zeugnis, die meisten Abschlüsse haben hier zudem einen anderen Status.“ Vier Millionen Euro stehen für die Integrationsarbeit im nächsten Jahr zusätzlich bereit.

Schüßler rechnet damit, dass die Arbeitsagentur künftig noch mit deutlich mehr Flüchtlingen konfrontiert sein wird. „Das wird auch Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen haben.“ Von 1000 Arbeitslosen mehr geht Schüßler aus. ale

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer