Ein Rechenmodell ergibt für 2019 ein Steuerplus von 128 Millionen Euro für Düsseldorf. Bereits Realität ist, dass die Messe nach einem erfolgreichen Jahr 24 Millionen Euro ausschüttet.

Ein Rechenmodell ergibt für 2019 ein Steuerplus von 128 Millionen Euro für Düsseldorf. Bereits Realität ist, dass die Messe nach einem erfolgreichen Jahr 24 Millionen Euro ausschüttet.
Obwohl 2017 kein starkes Messejahr mit den ganz großen Ausstellungen war, lagen Umsatz und Gewinn deutlich über Plan. Archiv

Obwohl 2017 kein starkes Messejahr mit den ganz großen Ausstellungen war, lagen Umsatz und Gewinn deutlich über Plan. Archiv

Messe D’dorf

Obwohl 2017 kein starkes Messejahr mit den ganz großen Ausstellungen war, lagen Umsatz und Gewinn deutlich über Plan. Archiv

Düsseldorf. Gleich zwei gute Nachrichten gibt es für die Stadt in Sachen Finanzen. Die Messe schüttet für das Geschäftsjahr 2017 insgesamt 24 Millionen Euro an ihre Gesellschafter aus, für die Stadt (die 56,5 Prozent der Anteile direkt und weitere 20 Prozent über ihre Tochter IDR hält) bedeutet das eine Einnahme von mehr als 18 Millionen Euro. Und dann stellte Ina Scharrenbach, die Landesministerin für Kommunales, die Entwicklung und Verteilung der Landeszuweisungen vor – Düsseldorf erhält danach 2019 gut 51,5 Millionen Euro, das sind 4,15 Millionen mehr als in diesem Jahr.

Kämmerei: „Das sind vorerst nur Rechengrößen“

Weitaus spektakulärer lesen sich allerdings andere Zahlen aus dem NRW-Ministerium. Scharrenbachs Statistiker stellen auch die erwartete Entwicklung bei den Steuereinnahmen vor. Und danach nimmt die Landeshauptstadt im nächsten Jahr 127,9 Millionen Euro mehr als 2018 ein, das entspricht einem Plus von 9,4 Prozent. Das wirkt so, als würde Düsseldorf bald tatsächlich wieder im Geld schwimmen. Markus Weske, der Düsseldorfer Finanzexperte der SPD im Landtag, freut sich: „Das ist mal eine Hausnummer. Die Landeshauptstadt wächst und gedeiht.“

Allerdings sind diese Summen nur eine Prognose, basierend auf der Steuerschätzung des Bundes vom Mai, die überall sprudelnde Steuereinnahmen für die öffentliche Hand konstatierte. Entsprechend zurückhaltend reagiert Düsseldorfs Kämmereileiter Christian van Beeck: „Das sind Rechengrößen und dann auch noch zu einem frühen Zeitpunkt, keine belastbaren Zahlen.“ Ob dieses „Konstrukt“ Realität werde oder nicht, könne man erst im weiteren Verlauf des Jahres sagen, „spätestens nach der Steuerschätzung des Bundes im November herrscht dann mehr Klarheit“, so van Beeck.

Als „abundante“ Kommune, deren Steuerkraft generell über ihrem Finanzbedarf liegt, bekommt Düsseldorf vom Land zwar keine Schlüsselzuweisung (Duisburg etwa bezieht hier fast 600 Millionen Euro), aber Pauschalen für Investitionen im Schul- oder Sportbereich sowie erstmals eine allgemeine Aufwands- und Unterhaltungspauschale.

Zurück zur Messe: Deren hohe Ausschüttung basiert auf einer unerwartet guten Jahresbilanz 2017 – mit 340 Millionen Euro Umsatz und einem Gewinn nach Steuern von 57 Millionen Euro. „Mit einer Umsatzrendite von 15 Prozent untermauern wir unsere Position als profitabelste Messegesellschaft mit eigenem Gelände in Europa“, sagte Messe-Chef Werner Dornscheidt.

Dabei war 2017 turnusmäßig ein eher schwächeres Messejahr. Der Erfolg basiere dennoch vor allem auf den Eigenveranstaltungen in Düsseldorf, die bei Fläche, Aussteller- und Besucherzahlen zulegten. Zugleich setzt die Messe weiter auf ihr Auslandsgeschäft. Nach 44 Eigenveranstaltungen und Beteiligungen in anderen Ländern 2017 sind für das laufende Jahr 66 geplant. Mit fünf neuen Auslandsmessen geht die Messe auch nach Afrika und in den Nahen Osten.

© WhatsBroadcast

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