Angehörige suchen nach einer Frau, die in Düsseldorf arbeitet. Sie verschwand spurlos. Und sie ist nicht die Einzige.

wza_1500x834_726848.jpeg
Angehörige von Petra Büttgen suchen mit Aushängen in der ganzen Stadt nach ihr.

Angehörige von Petra Büttgen suchen mit Aushängen in der ganzen Stadt nach ihr.

Judith Michaelis

Angehörige von Petra Büttgen suchen mit Aushängen in der ganzen Stadt nach ihr.

Düsseldorf. Das Foto von Petra Büttgen hängt in der ganzen Stadt. Freunde und Verwandte haben damit die Innenstadt und die Umgebung Düsseldorfs plakatiert, denn die 30-Jährige ist seit dem 5.August spurlos verschwunden. Einfach so. Sie war um 18 Uhr mit ihrer Mutter verabredet, ist jedoch dort nie aufgetaucht.

Die junge Hildenerin arbeitet bei einer Hausverwaltung an der Schinkelstraße, und auch ihre Freizeit verbringt sie oft in Düsseldorf, trifft sich mit Freunden in der Altstadt. Hinweise auf ein Verbrechen gibt es laut Polizei nicht.

Sorgen sollen Petra Büttgen in der jüngsten Zeit jedoch geplagt haben. "Sie musste einige Schicksalsschläge hinnehmen", sagt ein Angehöriger. "Deshalb machen wir uns ja solche Sorgen." Zumal es für Petra Büttgen "völlig untypisch" sei, dass sie einfach so verschwinde.

Die meisten Vermissten sind nach vier Tagen wieder da

Schilderungen, welche die Fachleute von der Vermisstenstelle der Düsseldorfer Polizei gut kennen. 17 Düsseldorfer gelten aktuell als vermisst, im Jahr gehen rund 1.200 Vermisstenmeldungen bei den Beamten ein.

Die Geschichten hinter diesen Meldungen sind vielfältig. "Über 50 Prozent lösen sich innerhalb von vier Tagen in Wohlgefallen auf", erklärt eine Düsseldorfer Ermittlerin. "In der Regel gehen die Fälle gut aus." Die größte Gruppe machten Jugendliche ab 14 Jahren aus, immer öfter liefen aber auch schon Zwölfjährige von den Eltern oder aus einer Einrichtung weg. "Das Ausreißeralter sinkt."

"Die Zeiten, die Menschen als vermisst gelten, sind sehr unterschiedlich", heißt es von der Vermisstenstelle der Düsseldorfer Polizei. Der Fall Debbie Sassen, bei dem ein Kind über 14 Jahre verschwunden ist, sei jedoch einzigartig.

Deborah ("Debbie") Sassen verschwand am 13. Februar 1996 als Achtjährige spurlos.

Die Suche nach Debbie findet neue Beachtung: Bayern-Star Mark van Bommel erinnerte beim Spiel gegen Real Madrid an die Vermisste, in dem er ihr Foto ins Stadion trug. Wie der Express heute berichtet, bedankte sich Debbies Mutter Dagmar Funke telefonisch bei van Bommel für sein Engagement. Er sprach ihr Mut zu: Debbie könnte immer noch leben.

Alle Infos zur Suche unter "Fahndung" finden Sie im Internet.

Einen Standard für die Vermisstensuche gebe es nicht, aber gerade bei Kindern laufe diese von Anfang an mit voller Kraft: "Da sucht dann ganz Düsseldorf." Aber auch nach einem über 80-Jährigen, der in diesem Jahr in Knittkuhl verschwand, suchten zahlreiche Einsatzkräfte. Eine Einsatzhundertschaft durchkämmte sogar den Stadtwald - und fand den Mann tatsächlich. Er war auf dem Waldspaziergang durch das Unterholz gestorben.

Fehlten allerdings Hinweise auf gesundheitliche Probleme, Suizidabsichten oder ein Verbrechen, müsse bei Erwachsenen beachtet werden: "Es gibt ein Recht auf Freizügigkeit. Viele setzen sich einfach ab - ohne jemandem Bescheid zu sagen. Und das dürfen sie."

So sei einst ein junger Düsseldorfer, nach dem international gefahndet wurde, in Spanien wohlbehalten wieder aufgetaucht: Er wollte einfach mal aus seinem Leben ausbrechen und wanderte gerade den Jakobsweg. Eine ältere Frau tauchte sogar nach über einem Jahr plötzlich wieder in ihrer Wohnung auf, nachdem alle Nachbarn sie bereits für tot gehalten hatten - sie hatte lediglich länger bei einem Bekannten gewohnt.

Traurige Gegenbeispiele: Debbie Sassen (verschwunden 1996) und Kö-Millionär Otto-Erich Simon (verschwunden 1991). Bei beiden Fällen gehen die Ermittler von einem Gewaltverbrechen aus. Leichen fanden sie nie.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer