Die Wunschbaum-Aktion von Stadt und Johnson Controls soll fortgeführt werden, haben die Beteiligten beschlossen. Auch Nachbarstädte wollen die Aktion etablieren.

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Liebevoll verpackt waren die Geschenke, welche die Mitarbeiter von Johnson Controls im vergangenen Jahr unter den Wunschbaum legten.

Liebevoll verpackt waren die Geschenke, welche die Mitarbeiter von Johnson Controls im vergangenen Jahr unter den Wunschbaum legten.

privat

Liebevoll verpackt waren die Geschenke, welche die Mitarbeiter von Johnson Controls im vergangenen Jahr unter den Wunschbaum legten.

Burscheid. Eigentlich hatte die Seniorin keine Wünsche. Eigentlich. Als die Mitarbeiter des Burscheider Altenzentrums nachhakten, hatte die über 90-Jährige schließlich doch eine Idee. Einen Bildband. Aus Neuseeland. "Ich bin früher so gerne gereist", erzählte sie Barbara Borkowski, Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes im Altenzentrum. Das gehe ja nun nicht mehr. Aber ein Buch mit Abbildungen aus dem Land, das sie in ihrer aktiven Zeit nie besuchen konnte, das wäre schön.

Eigentlich wollte der indische Mitarbeiter einfach nur einen Gutschein besorgen, im Supermarkt. Ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Leider spricht der indische Mitarbeiter nur Englisch, die Mitarbeiter im Supermarkt nur Deutsch. Das, was er da verlange, gebe es bei ihnen nicht, sagten die Angestellten: "Das haben wir nicht im Sortiment." Der Inder rief verzweifelt in der Firma an. Die Kollegin spielte Dolmetscherin - der Ingenieur konnte den Laden mit dem Gutschein in der Tasche verlassen.

Mit diesem Gutschein konnten die Macher der Weihnachts-Wunschbaum-Aktion im vergangenen Jahr wieder einen von 426 Wünschen erfüllen. Solche wie jenen der Seniorin, die nun jeden Tag eine Seite ihres Neuseeland-Bildbandes umblättert. "Da will ich lange was von haben", sagt sie. Und: "Wenn ich plötzlich weg bin, wisst ihr ja, wo ihr mich finden könnt." Ja, natürlich, sagen die Mitarbeiter dann und lachen: "In Neuseeland."

15 Euro können glücklich machen, nicht nur Menschen, die fast nichts, sondern auch jene, die fast alles haben. Das ist das Fazit, dass die Partner der Wunschbaum-Aktion, jetzt, drei Wochen nach Weihnachten, gezogen haben. "Die Leute sind mit unendlicher Begeisterung dabei und machen sich richtig Mühe, die Geschenke zu besorgen", sagt zum Beispiel Barbara Sarx, Vorsitzende des Seniorenbeirats. Cornelia Kiefer-Hahn, Leiterin der Kindertagesstätte Bullerbü in Hilgen, ist noch immer gerührt: "Die Geschenke waren alle so liebevoll verpackt und gingen weit über die Wünsche der Kinder hinaus."

An konkreten Wünschen haben die Schenkenden mehr Freude

Für den Ausrichter der Aktion, die Stadt, das Unternehmen Johnson Controls und ihre Partner ist klar: "Wir machen weiter." Auch in diesem Jahr sollen Bedürftige ihre Wünsche äußern, engagierte Burscheider sie erfüllen können. Schließlich hat die Aktion auch in den Nachbarstädten für Furore gesorgt, das jedenfalls ist der Eindruck, den Sarx von den Mitstreitern aus dem Kreisseniorenbeirat gewann. "Alle finden die Idee toll und wollen das Projekt auch in ihren Städten etablieren."

Und die Macher? Haben sie Wünsche? Ja! Sie verschenkten im vergangenen Jahr zahlreiche Gutscheine. In Zeiten, in den Bedürftige sich - auch das haben die Mitstreiter erlebt - nicht einmal eine Schachtel Pralinen leisten können, ist das verständlich. Die Schenkenden hätten aber mehr Freude daran, wenn konkrete Dinge auf den Wunschzetteln stünden, sagt Astrid Schafmeister von Johnson Controls. So wie die "Dekoration in Rot", die bei einer 16-Jährigen ganz hoch im Kurs lag. Da war Kreativität gefragt. Am Ende konnte das Mädchen ein Stövchen und Blumengirlanden für die Fensterbank auspacken. Natürlich rot.

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