Die RVK-Busse, die bald durch den Kreis rollen, stattet das Unternehmen PTEC von Klaus Perthel mit einer wesentlichen High-Tech- Komponente für den Antrieb aus.

Die RVK-Busse, die bald durch den Kreis rollen, stattet das Unternehmen PTEC von Klaus Perthel mit einer wesentlichen High-Tech- Komponente für den Antrieb aus.
Ein Wasserstoffbus der Firma Van Hool wurde bereits bei der Umweltwoche in Burscheid im vergangenen Jahr vorgestellt.

Ein Wasserstoffbus der Firma Van Hool wurde bereits bei der Umweltwoche in Burscheid im vergangenen Jahr vorgestellt.

Marek Ruson (l.), Techniker Prototypenbau, und Klaus Perthel präsentieren die neueste Generation der Ventile für Wasserstofffahrzeuge.

Berndt, Bild 1 von 2

Ein Wasserstoffbus der Firma Van Hool wurde bereits bei der Umweltwoche in Burscheid im vergangenen Jahr vorgestellt.

Burscheid. Wenn bald die ersten Wasserstoffbusse des Beförderungsunternehmens RVK (Regionalverkehr Köln GmbH) auch durch Burscheid rollen (Linie 260/von Remscheid über Burscheid zum Kölner Hauptbahnhof), dann wird ihr Weg auch wenige Meter an einem Burscheider Unternehmen vorbeiführen, das beträchtlichen Anteil an der Sicherheit der Technologie dieser Fahrzeuge hat.

„Wir haben zusammen mit einem amerikanischen Konzern das Drucksystem entwickelt“, sagt Klaus Perthel, Geschäftsführer der Pressure Technology GmbH (PTEC) mit Sitz im Gewerbegebiet Linde an der B 51. Gemeint sind magnetische Ventile, die dafür sorgen, dass der Wasserstoff aus den Tanks entsprechend dosiert zur Brennstoffzelle des Fahrzeugs gelangt. Dabei würden die Hersteller – in diesem Fall der belgische Fahrzeug-Produzent Van Hool – größten Wert auf die Sicherheit legen.

Perthel und seine Kollegen hätten deshalb ein Ventil entwickelt, dass nicht nur den thermischen Einflüssen gerecht werde, sondern auch den mechanischen. Bei möglichen Bränden an und in dem Fahrzeug müsse das Gas aus dem Tank deshalb bei einer Temperatur von 110 Grad Celsius schlagartig entweichen können. „Wo das Gas abgeleitet wird, entscheidet der Hersteller“, sagt der Diplom-Ingenieur. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Technik funktioniert.“ Und dafür, dass bei mechanischen Einflüssen beispielsweise durch Unfälle das Material standhält. „Unsere Ventile sind stabiler als alle anderen Komponenten des Restfahrzeugs.“ Entsprechende Tests unter größter Hitze und Druckanforderungen seien in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen worden. Nun warte man in Linde nur noch auf die entsprechenden Zertifikate. „Wir bestellten schon fleißig“, sagt der Burscheider.

China will aktuell 5000 der Busse auf die Straße bringen

Denn nicht nur den aktuellen Auftrag mit über 40 Bussen (siehe Kasten) hat Perthel im Visier: „China will 5000 Busse mit Wasserstofftechnik auf die Straße bringen.“ Zusammen mit einer Partnerfirma wolle man das Projekt realisieren. Und auch Daimler stehe vor einer Produktion von 1000 Bussen. „Es gibt viele Kommunen, die Wasserstoff tanken wollen.“ Der Tank des künftigen RVK-Buses sei in fünf bis zehn Minuten gefüllt und habe eine Reichweite von 400 Kilometern. Das Drucksystem für die Betankung sei für 350 bar ausgelegt, ein anderes mit 700 bar kommt ebenfalls aus dem Hause PTEC und sei Produktionsreif. Eingesetzt werden soll es unter anderem in Pkws von Audi und VW.

„Rund 50 000 Ventile liefert PTEC derzeit jährlich aus, mittlerweile gibt es zehn unterschiedliche Produktfamilien.“ Als Klaus Perthel das stolz erklärt, hält er am hinteren Fenster seiner Halle bereits nach einer Erweiterung Ausschau.

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