Zum Ende der Kinderkunsttage stellten die Teilnehmer ihre Kunstwerke vor: Fantasiefiguren, Bilder im Stil von Dalí – und Kunst mit dem Bügeleisen.

Burscheid. Lob gibt es von allen Seiten. Jugendleiterin Anke Theron-Schirmer kann sich auf der Vernissage der Kinderkunsttage kaum umdrehen, schon kommt wieder eine Oma, eine Lehrerin oder ein Künstler auf sie zu, um sich begeistert über die ausgestellten Werke der Kinder und das Konzept der Kinderkunsttage zu äußern.

Wenn die Schreckschraube auf den Putzteufel trifft

"Die Bilder sind für dieses Alter außergewöhnlich kreativ", sagt zum Beispiel Besucherin Emmi Spieß, "jedes Kind hat seine eigenen Ideen." Vor ihr hängt eine ganze Wand voller Darstellungen von "Alltagsbegriffe, die man eigentlich nicht malen kann". So hatte Theron-Schirmer die Aufgabe beim Rundgang durch die Ausstellung erläutert. Eine Schreckschraube schaut da grimmig von einer Leinwand auf den Betrachter. Ein roter Putzteufel saugt Flammen auf dem Weg zur Hölle mit einem Staubsauger, und beim Sauwetter regnet es rosa Schweinchen.

Im Saal des evangelischen Jugendzentrums Hilgen-Dünweg ist kaum noch ein Stehplatz frei, als die Künstler ihre Werke in kleinen Moderationen vorstellen. Da erklären sie: "Dalí, das ist der Maler, der das berühmte Bild mit den zerlaufenen Uhren gemalt hat."

Die Kinder haben in der vergangenen Woche nicht nur zum Thema "Fantasie, Fantasy und Surrealismus" gemalt, geformt und gebastelt. An jedem Morgen hatte ihnen das Team auch die Künstler und ihre Kunst vorgestellt. Die zerlaufenen Uhren hängen jetzt auf einem Kinderbild lässig über einen Finger und scheinen gleichzeitig aus einer weiteren Hand zu fließen.

Direkt gegenüber zeigt sich die evangelische Kirche am Markt in ungewöhnten Farbgebungen im Stil Monets. Teilnehmerin Leonie hat - trotz Ferien - ihre Grundschullehrerin zur Vernissage eingeladen. Die ist ganz begeistert und lobt die "hervorragende Präsentation" und die "runde Sache".

35 Kinder zwischen neun und 14 Jahren nahmen an den Kinderkunsttagen der evangelischen Gemeinde teil.

Jeden Tag konnten die Kinder zwischen verschiedenen Workshops wählen: zum Beispiel Gnom- und Monster-Figuren basteln, die vier Elemente auf großen Tapeten darstellen oder Dürer-Bilder mit Tinte und Tintenkiller nachmalen.

Die Kinderkunsttage gibt es bereits seit zehn Jahren.

Die neunjährigen Zwillinge Fiona und Vera hatten ihre Freude mit hölzernen Tortenstücken. Sie hatten ganze Landschaften darauf dekoriert. Fiona zeigt ihrer Oma dann auch gleich die kleinen Blessuren, die sie sich beim Aufkleben etlicher kleiner Muscheln auf ihre Seetorte zugezogen hat: "Da hab’ ich mich am Heißkleber verbrannt", sagt sie.

Zur Kinderkunst gehörte auch manches, was Kinder im Alltag nicht tun dürfen. So malten die Kinder bei der Encaustic mit Wachsmalstiften auf ein warmes Bügeleisen, bevor sie die Farbe auf ein Fotopapier bügelten. Die Tintennashörner bekamen ihre großzügigen Muster per Tintenkiller eingezeichnet. "Es hat den Kindern riesigen Spaß gemacht, den ganzen Stift auf einmal zu leeren", sagt Theron-Schirmer.

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