Im Meisenweg kämpft ein Ehepaar für Entlastung bei der Räumpflicht vor dem eigenen Grundstück.

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Diethard Lunow an der Stelle im Meisenweg, wo es am Samstag zum Konflikt mit einem städtischen Räumfahrzeug kam.

Diethard Lunow an der Stelle im Meisenweg, wo es am Samstag zum Konflikt mit einem städtischen Räumfahrzeug kam.

Doro Siewert

Diethard Lunow an der Stelle im Meisenweg, wo es am Samstag zum Konflikt mit einem städtischen Räumfahrzeug kam.

Burscheid. Etwa eine Stunde ging am Samstagmittag auf dem Meisenweg nichts mehr. Das lag aber diesmal nicht am strengen Winterwetter. Dem Fahrer eines städtisches Räumfahrzeugs schien die Fahrbahn vor dem Haus des Ehepaars Lunow zu eng, die Lunows weigerten sich aber, ihren Pkw zu versetzen. Schließlich musste eine von den städtischen Mitarbeitern gerufene Polizeistreife vermitteln.

Auch zwei Tage nach dem Konflikt ist für Renate und Diethard Lunow klar: Ihr Auto sei rechtmäßig geparkt gewesen, zudem habe der Platz für den Schneepflug ausgereicht. "Am Sonntag stand das Auto an derselben Stelle und der Pflug ist problemlos vorbeigekommen", sagt die stellvertretende Vorsitzende der Burscheider Tafel.

Der Grund für ihre Weigerung, das Auto auf das eigene Grundstück vor die Garage zu stellen: Der Schneepflug schiebe den Schnee immer auf den Gehweg vor ihrem Haus. Das geparkte Auto soll das verhindern.

Zwar hat es am Freitag ein Gespräch vor Ort mit Vertretern der Technischen Werke (TWB) und des Baubetriebshofs gegeben. Die Bitte der Lunows: Der Schnee solle zur anderen Straßenseite geschoben werden, wo es keinen Gehweg gebe. Doch der Fahrer am Samstag habe moniert, dann würde die Treppe zum unteren Meisenweg versperrt - und die müsse von der Stadt freigehalten werden.

Der Zoff um den Schneepflug ist nur kleiner Teil eines schon länger währenden Streits zwischen den Lunows und den TWB. Denn das Ehepaar ärgert sich über die Satzung, die ihm allein die Räumung des einseitigen Gehwegs zuschiebt, obwohl dieser auch von den Nachbarn gegenüber genutzt wird. Mittlerweile haben 61 Anwohner von Straßen mit nur einem Gehweg für die Änderung der Satzung unterschrieben.

Verwaltungsrat wird sich wieder mit Satzung beschäftigen

Der Verwaltungsrat der TWB hatte zuletzt im März 2009 einstimmig eine Satzungsänderung abgelehnt. Aber das Thema kommt in der nächsten Sitzung wieder auf die Tagesordnung. Denn die Straßenreinigungs- und Gebührensatzung sorgt auch an anderer Stelle derzeit für Ärger.

Bei insgesamt 32 Straßen im Stadtgebiet ist nämlich der komplette Winterdienst auf die Anwohner übertragen, also auch das Räumen der Fahrbahn. Warum das so ist, weiß man auch bei den TWB nicht im Detail zu sagen. Mal soll es an der Straßenpflasterung gelegen haben, mal am Wunsch der Anwohner. "Aber viele rufen auch hier an und sagen, sie seien nie gefragt worden", räumt TWB-Vorstandssprecher Jürgen Malzkuhn ein. Die Ersparnis ist nicht groß: Pro Jahr und Grundstücksmeter zahlen Anwohner für die Winterwartung nur 99 Cent.

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