Der internationale Aktionstag fand am Mittwoch im Rahmen der 15. Umweltwoche auf dem Marktplatz und in der Kirchenkurve statt.

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An den Ständen auf dem Markt und in der Kirchenkurve konnten die Besucher unter anderem auch ihr Richtungshören testen.

An den Ständen auf dem Markt und in der Kirchenkurve konnten die Besucher unter anderem auch ihr Richtungshören testen.

Siewert, Doro

An den Ständen auf dem Markt und in der Kirchenkurve konnten die Besucher unter anderem auch ihr Richtungshören testen.

Burscheid. „Buenos Diaz“ – sangen die Kinder der Kindertagesstätte Kunterbunt am Mittwoch auf dem Burscheider Marktplatz aus voller Kehle. Knapp unter 70 Dezibel laut war der fröhliche Gesang des kleinen Chors – und damit fast so laut wie ein Auto im Straßenverkehr. Und: Bereits diese Lautstärke birgt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Fußball-Nationalspielerin Simone Laudehr als Patin

Ist das bereits zu viel für die Ohren, fragt ein Ratgeber für Kinder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dieser lag am Tag gegen den Lärm an einem der vielen Stände aus.

Während Motorengeräusche als störend empfunden werden, gilt dies natürlich nicht für den Gesang der kunterbunten Kingartentruppe aus Burscheid. Die begeisterte auch Tag gegen den Lärm-Patin und Fußball-Nationalspielerin Simone Laudehr so sehr, dass sie den kompletten Auftritt der Kinder mit ihrem Smartphone aufzeichnete.

Der Stargast der Veranstaltung stand im Anschluss auf der Bühne Rede und Antwort. Sie freue sich, erklärte die Fußballerin, als Patin am Tag gegen den Lärm etwas beitragen zu können.

Immerhin ist die von ihr betriebene Sportart nicht gerade dafür bekannt, eine besonders ruhige zu sein – und das nicht erst seit der Erfindung der Vuvuzela, dem Blasinstrument, das als ein Symbol des südafrikanischen Fußballs gilt.

„Ich bin ein Landei und wohne auch in Duisburg eher ruhig“, sagt Laudehr, als sie auf ihr eigenes Ruhebedürfnis angesprochen wird. „Aber ich würde gerne mal wissen, wie es wohl ist neben einer Autobahn zu leben“, fügte sie hinzu. „Das könnten Sie hier in Burscheid testen“, antworte Moderator Ekkehard Rüger mit Hinweis auf die Nähe Burscheids zur A 1.

Direkte Nachbarschaft zur A 1: Der Aktionstag passt zur Stadt

Die direkte Nachbarschaft zu der vielbefahrenen Autobahn habe wohl unter anderem dazu geführt, dass das Land NRW den Aktionstag in diesem Jahr an Burscheid vergeben hat, meinte Bürgermeister Stefan Caplan am Rande der Veranstaltung.

Ein weiterer Faktor war auch, dass die Burscheider Umweltwoche, die nun bereits zum 15. Mal stattfindet, auf den Rheinisch-Bergischen Kreis ausgeweitet wurde. „Das hat unseren Umwelttagen natürlich mehr Aufmerksamkeit verschafft“, sagte der Bürgermeister.

Messen mit einer Stadt wie Bielefeld, die den Internationalen Tag gegen den Lärm im letzten Jahr ausgerichtet hat, könne sich Burscheid nicht, dennoch war der Bürgermeister sichtlich zufrieden mit der Aktion auf dem Marktplatz, an der sich insgesamt 29 Teilnehmer mit Ständen beteiligten. Caplan lobte besonders die vorzüglich schmeckenden Waffeln des Standes der Arbeiterwohlfahrt – die natürlich an geräuscharmen Waffeleisen gebacken wurden.

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