Andreas Weilermann aus Burscheid hat sich die Leitung der Wache in Wermelskirchen gerichtlich erstritten

Polizei
Vorstellung des neuen Wachleiters: (v. l.) Landrat Hermann-Josef Tebroke, Andreas Weilermann und sein im vergangenen August in den Ruhestand gewechselter Vorgänger Manfred Berger. Fotos (2): Doro Siewert

Vorstellung des neuen Wachleiters: (v. l.) Landrat Hermann-Josef Tebroke, Andreas Weilermann und sein im vergangenen August in den Ruhestand gewechselter Vorgänger Manfred Berger. Fotos (2): Doro Siewert

Hat nach der Gerichtsentscheidung das Nachsehen: Pressesprecher Peter Raubuch.

Siewert, Doro, Bild 1 von 2

Vorstellung des neuen Wachleiters: (v. l.) Landrat Hermann-Josef Tebroke, Andreas Weilermann und sein im vergangenen August in den Ruhestand gewechselter Vorgänger Manfred Berger. Fotos (2): Doro Siewert

Rhein.-Berg. Kreis. Andreas Weilermann sagt, er habe „keine Sorge, dass ich hier gegen Wände rennen müsste“. Im Gegenteil, nach seinem Eindruck sei er „sehr herzlich aufgenommen worden“.

Sätze, die auf seine besondere Situation hinweisen: Denn dass der Erste Polizeihauptkommissar mit Wohnsitz in Burscheid an diesem Morgen als der neue Leiter der Polizeiwache in Wermelskirchen präsentiert wird, hatten ursprünglich weder die Kreispolizeibehörde noch der Landrat gewollt.

Im Bewerbungsverfahren hatten sie sich stattdessen für den behördeneigenen Pressesprecher Peter Raubuch als Nachfolger des im August 2012 in den Ruhestand verabschiedeten Manfred Berger ausgesprochen. Der 50-jährige Polizeihauptkommissar Raubuch arbeitet seit 1989 im Kreis und war 17 Jahre davon in Wermelskirchen tätig.

Doch der hochrangigere Mitbewerber Weilermann schlug den Rechtsweg ein – und erhielt sowohl vor dem Verwaltungsgericht Köln als auch vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster Recht, „weil wir die Aktenlage nicht so bewertet haben wie das Gericht“, wie Polizeidirektor Manfred Frorath einräumt.

Weilermann und Raubuch haben sich ausgesprochen

Alle Beteiligten seien mit den besonderen Umständen sehr professionell umgegangen, sagt Weilermann am Tag seines Dienstantritts in Wermelskirchen. Mit Raubuch hat er sich länger ausgesprochen; seitdem ist zwischen den beiden Druck aus dem Kessel – nicht unwichtig für die Zusammenarbeit eines Wachleiters und des Behördensprechers. Die Pressekonferenz zur Vorstellung des Neuen hat Raubuch aber dann doch seiner Kollegin Claudia Kammann überlassen.

Pläne Mitte 2010 wurden Pläne für eine neue Polizeiwache für den Nordkreis vorgestellt. Sie sollte an der Ortsgrenze zwischen Wermelskirchen und Burscheid entstehen. „In zwei bis drei Jahren“, so hieß es damals, werde das neue Dienstgebäude bezugsfertig sein.

 

Verzögerung Wegen juristischer Überlegungen zu neuen Vergaberichtlinien für Dienstgebäude auf Landesebene verzögerte sich der Prozess. Anlass war vielfältige Kritik am landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) bis hin zu Korruptionsvorwürfen.

 

Sachstand Inzwischen ist klar, dass die Kreispolizeibehörde das neue Dienstgebäude selbst ausschreiben darf, sich dabei aber vom BLB beraten lassen kann. Die Ausschreibung soll auf jeden Fall noch in diesem Jahr erfolgen. Ein genauer Zeitpunkt könne aber aufgrund noch nötiger Abstimmungen mit anderen Behörden nicht genannt werden, hieß es gestern.

 

Eigenständigkeit Landrat Tebroke betonte erneut, dass aus seiner Sicht eine Fusion der Kreispolizeibehörde Rhein-Berg mit dem Polizeipräsidium Köln nicht wünschenswert sei.

Weilermann, gebürtiger Wuppertaler und seit über zwölf Jahren in Rötzinghofen zu Hause, freut sich darüber, nun für seine bergische Heimat auch dienstlich zuständig zu sein. Der 49-Jährige ist seit 1980 Polizist, zunächst in Wuppertal, ab 1990 dann in Leverkusen.

Als Dezernent für Verkehrsangelegenheiten erlebte er die Fusion mit dem Polizeipräsidium Köln, war dort später für die Unfallbearbeitung zuständig und wechselte im Herbst 2010 als Leiter zum Verkehrsdienst der Autobahnpolizei Köln. Der begeisterte Skifahrer ist verheiratet und hat keine Kinder.

Zuständig für rund 50 Polizeibeamte

Mit der Leitung der auch für Burscheid zuständigen Wache in Wermelskirchen übernimmt Weilermann Verantwortung für rund 50 Polizeibeamte. Durch die Behördenzusammenlegung von Köln und Leverkusen habe er zwar die Chance bekommen, sich weiterzuentwickeln. „Aber ich freue mich jetzt auch, wieder von einer Großstadt- in eine ländliche Behörde zu wechseln.“

Den Weg über größere Behörden müssen auch Beamte wie Raubuch wohl künftig nehmen, wenn sie Beförderungen anstreben. Denn in kleinen Behörden wie Rhein-Berg haben sie dazu kaum eine Chance, weil es hier viel weniger Funktionsstellen mit der Gehaltsstufe A 13 gibt.

„Wir empfehlen den Kollegen jedenfalls immer wieder, sich auch in Köln, Wuppertal oder dem Kreis Mettmann zu bewerben“, sagt Frorath. Wie chancenlos man sonst ist, dafür hat er in der eigenen Behörde schließlich gerade das beste Beispiel vor Augen.

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