Zwei Wochen, nachdem die Anlage scharf geschalte wurde, ist am Mittwoch kurz dahinter ein 79-Jähriger ungebremst unter einen Lastwagen am Stauende gefahren.

Zwei Wochen, nachdem die Anlage scharf geschalte wurde, ist gestern kurz dahinter ein 79-Jähriger ungebremst unter einen Lastwagen am Stauende gefahren.
Der 79-Jährige konnte nur noch tot aus den Trümmern seines NSU Ro 80 geborgen werden.

Der 79-Jährige konnte nur noch tot aus den Trümmern seines NSU Ro 80 geborgen werden.

Die Autobahn war drei Stunden lang an der Stadtgrenze gesperrt.

Doro Siewert, Bild 1 von 2

Der 79-Jährige konnte nur noch tot aus den Trümmern seines NSU Ro 80 geborgen werden.

Burscheid. Erst vor zwei Wochen sind die neuen Blitzer auf der Autobahn 1 in Betrieb gegangen, damit, so die Vorstellung der Verantwortlichen damals bei der Planung, die Serie tödlicher Unfälle auf dem Teilstück zwischen Burscheid und Leverkusen beendet werden kann. Das Ziel: Die Radaranlage soll die Autofahrer auch für die Staugefahr sensibilisieren. Nun hat das neue Jahr schon nach wenigen Tagen ein erstes Todesopfer. Der Unfall geschah unmittelbar hinter der neuen Anlage.

Wie an Werktagen vormittags üblich, hatte sich auch am Mittwoch auf der rechten Spur etwa in Höhe der Burscheider Stadtgrenze ein Rückstau von Lastwagen gebildet – etwa 1500 Meter hinter den in Höhe Dürscheid installierten Blitzgeräten. Ein 79-jähriger Autofahrer aus Wermelskirchen hatte sich gegen 9.30 Uhr diesem Bereich genähert und war nach späteren Ermittlungen der Polizei auf der mittleren Spur unterwegs. Angeblich soll er zuvor ein Fahrzeug überholt haben. Dann sei er auf die rechte Spur gefahren. Völlig ungebremst sei er dort mit seinem NSU Ro 80 unter einen schweren Sattelschlepper gerast. Vermutlich war der Mann sofort tot. „Wir waren vor dem Notarzt an der Einsatzstelle und hatten keine Anzeichen dafür, dass der Mann noch lebte“, sagt Einsatzleiter Achim Lütz von der Feuerwehr Burscheid. Wenige Minuten später stellte dann auch der Mediziner fest, dass der 79-jährige nicht mehr zu retten war. Ein Rettungshubschrauber war zuvor angefordert worden und landete zwar auf der Autobahn, musste dann aber ohne Patienten wieder abheben.

Burscheider Feuerwehr war mit 30 Kräften im Einsatz

Die Feuerwehr benötigte eine halbe Stunde, um das eingeklemmte Opfer aus dem Wagen zu befreien. Da kaum Betriebsflüssigkeiten ausgelaufen waren, die Einsatzstelle schnell aufgeräumt war und die Polizei den Bereich selbst sichern konnte, rückten die Kräfte der Wehr schon nach anderthalb Stunden wieder ein. 30 Helfer der Wehr von den Löschzügen aus Mitte, Hilgen und Paffenlöh waren alarmiert worden.

Die Belastungen für die Autofahrer waren dagegen weitaus größer. Durch die Vollsperrung der Autobahn bildete sich ein Rückstau bis zum Drauberg. Die Polizei leitete den restlichen Verkehr an der Anschlussstelle Burscheid und sogar schon an der Abfahrt Wermelskirchen von der Autobahn. An der Höhestraße regelte ein Beamter den Verkehrsfluss persönlich, damit die Fahrzeuge von der Autobahn relativ zügig abfahren konnten.

Während der Bergungsarbeiten wurde die A1 zwischen Burscheid und Leverkusen drei Stunden lang voll gesperrt. Der Verkehr staute sich insgesamt auf zehn Kilometer Länge.

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