Bürgermeister Stefan Caplan bekommt von Heimatministerin Ina Scharrenbach einen Pokal: Burscheid sei „sanierungsstärkste Kommune“ im NRW-Stärkungspakt.

Bürgermeister Stefan Caplan bekommt von Heimatministerin Ina Scharrenbach einen Pokal: Burscheid sei „sanierungsstärkste Kommune“ im NRW-Stärkungspakt.
Kein Pokal für eine siegreiche Thekenmannschaft, sondern für eine erfolgreiche Finanzpolitik: Der Bürgermeister nach der Preisvergabe.

Kein Pokal für eine siegreiche Thekenmannschaft, sondern für eine erfolgreiche Finanzpolitik: Der Bürgermeister nach der Preisvergabe.

Er sei verdutzt gewesen, gestand Bürgermeister Stefan Caplan, als er von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach den Siegerpokal für die konsequenteste Stärkungspaktkommune in NRW erhielt. Die Lindenstadt habe ihren Konsolidierungskurs übererfüllt, lobte die Ministerin.

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Kein Pokal für eine siegreiche Thekenmannschaft, sondern für eine erfolgreiche Finanzpolitik: Der Bürgermeister nach der Preisvergabe.

Burscheid. Die Kommunalpolitiker und andere Beobachter in der Ratssitzung am Donnerstagabend vermuteten schon einen sportlichen Erfolg einer Verwaltungsmannschaft, als Bürgermeister Stefan Caplan zum Ende des öffentlichen Teils hinter sich griff und plötzlich eine chromglänzende Trophäe in der Hand hielt. „Sie und ich haben einen Pokal bekommen“, erklärte er den verdutzten Anwesenden des Gremiums.

Bekommen hatten die Verwaltung und die Fraktionsmitglieder den etwa 20 Zentimeter hohen Cup am 28. Juni während des Thementags Stärkungspakt Stadtfinanzen in Mönchengladbach mit NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, zu dem neben dem Ministerium auch die Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen eingeladen hatte.

„Auf einmal wurde ich nach vorne gerufen“, erklärte der Verwaltungschef. Dann habe er im Hugo Junkers-Hangar plötzlich diesen Pokal in der Hand gehalten und sei mit den Worten gelobt worden, dass seine Gemeinde die „sanierungsstärkste Stärkungspakt-Kommune“ in Nordrhein-Westfalen sei.

„Wir kennen nicht die Kriterien dafür“, führte Caplan weiter aus, auch zwei Wochen nach der Verleihung noch sichtlich und hörbar irritiert, ob er den Pokal tatsächlich öffentlich präsentieren solle. Denn niemand in der Verwaltung– insbesondere Kämmerin Helga Lagotzky als Expertin der städtischen Finanzen - wisse, wie die Ministerin zu der Einschätzung gekommen sei, dass Burscheid den eingeschlagenen Konsolidierungskurs um 260 Prozent übererfüllt habe. „Das stimmt auf gar keinen Fall“, sagte Caplan, nahm das Lob der Vertreterin der Landesregierung zwar gerne an, nutzte den Anlass aber auch, um die Gratwanderung zu skizzieren, die Burscheid bei diesem durchaus erfolgreichen Kurs zur finanziell autonomen Stadt begleite.

Eiserne Spardisziplin eine wesentliche Charaktereigenschaft

In diesem Jahr habe man durchaus Schwierigkeiten „das einzuhalten“, sagte Caplan. Und für das kommende Jahr habe man regelrecht „große Sorgen“. Der Erfolg hänge manchmal am seidenen Faden. „Wir sind noch nicht an Schmitz Backes vorbei.“

Die positive wirtschaftliche Entwicklung sei neben der eisernen Spardisziplin von Verwaltung und Kommunalpolitik die wesentliche Basis für die gute Zwischenbilanz. Caplan: „Aber die wirtschaftliche Entwicklung kann aus meiner Sicht nicht so weitergehen.“ Zudem drohten große Probleme, wenn sich nur ein Prozent an der aktuellen Zinssituation ändere. Mit einem Wort skizzierte der Bürgermeister die weiter angespannte Situation: „Obacht!“

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