40 Hauptschüler, die aus unterschiedlichen Gründen täglich mit Hindernissen zu kämpfen haben, haben am Dienstag in der der Aula richtig Theater gemacht.

Die Schüler am Dienstag bei dem Theaterprojekt auf der Bühne in der Aula der Hauptschule.
Die Schüler am Dienstag bei dem Theaterprojekt auf der Bühne in der Aula der Hauptschule.

Die Schüler am Dienstag bei dem Theaterprojekt auf der Bühne in der Aula der Hauptschule.

Doro Siewert

Die Schüler am Dienstag bei dem Theaterprojekt auf der Bühne in der Aula der Hauptschule.

Burscheid. Mit einer spielerischen Herangehensweise geht vieles leichter. Das ist die Grundidee, die in dem theaterpädagogischen Projekt des Wupper-Theaters steckt. 40 Burscheider Hauptschüler hat die Wuppertaler Einrichtung am Dienstag auf die schuleigene Bühne gestellt. Und zwar Jungen und Mädchen, die vorher nie von sich selbst gedacht hätten, für das Rampenlicht gemacht worden zu sein.

Viele von ihnen kämpfen jeden Tag gegen Hindernisse an. Bei einem Großteil der Schauspielgruppe ist es die Sprache, die Schwierigkeiten bereitet. „Wir haben viele neu zugereiste Schüler, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist“, sagt Marika Prendl-May, Leiterin der Hauptschule. „Sie haben natürlich Schwierigkeiten, die Texte zu lernen. Und sie haben deshalb eine Scheu vor dem Theater.“ Sechs der 40 Hauptschüler haben zudem eine Behinderung, geistiger oder körperlicher Natur. Auch Lernbehinderungen spielen eine Rolle.

Es sind Ausgangsbedingungen, mit denen Marcia Golgowsky umzugehen wusste. Die Sängerin und Schauspielerin leitete das theaterpädagogische Konzept und unterrichtete die Schüler im Schauspiel. Ein vorgefertigtes Drehbuch konnte sie mit den Schülern der 9. Klasse nicht einüben. Das wäre zu schwierig gewesen. Stattdessen konnten die Jungen und Mädchen ihre eigenen Gedanken zum Thema Berufswelt einfließen lassen. „Viel läuft über Improvisation. Die ausgedachten Sätze haben wir erst später festgelegt“, berichtet Marcia Golgowsky. Als Außenstehende konnte sie beobachten, wie gut die Kinder mit Behinderung oder Sprachproblemen im Klassenverband integriert waren. Die Jugendlichen hätten einander geholfen und den Text zugeflüstert.

Dass es keine Berührungsängste unter den Schüler gibt, darauf legte Marika Prendl-May besonderen Wert. Die beiden Klassen, die Dienstag schauspielerten, seien bereits von Beginn an inklusiv ausgerichtet gewesen. Mit Sozialtrainings und gemeinsamen Aktionen wurde der Zusammenhalt gestärkt. Dadurch sei der Umgang mit Menschen mit Behinderung heute für die Mehrheit der Schüler eine Selbstverständlichkeit. Aber es war ein weiter Weg, das gab die Schulleiterin zu. „Man muss schon einiges an Arbeit reinstecken.“ An vier Projekttagen haben die Schüler ihr Stück „Herrn Samson Nights Reisen durch die Nacht“ erarbeitet. Eine schulinterne Aufführung fand bereits im Dezember, kurz vor Ferienbeginn, statt. Den Schülern habe es so sehr gefallen und Spaß gemacht, dass sie sich einen Wiederholungstermin wünschten, so Marcia Golgowsky. Gesagt, getan. Sie sieht den Nutzen des Projektes, das von der Aktion Mensch gefördert wird, nicht nur auf die Inklusion beschränkt. „Das Theater fördert auch das Selbstbewusstsein. Es ist erstaunlich, wie sicher die Schüler heute auf der Bühne stehen und laut sprechen.“ Auch dem Gruppengefühl komme es zugute. Und das sei ja nun einmal das Ziel aller inklusiven Bestrebungen.

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