Noch ist unklar, wer die Folgen der Zerstörungswut bezahlen soll.

Zunächst waren es nur zwei, aber mittlerweile sind alle sechs neuen Sitze im Park mit Brachialgewalt umgebogen worden.
Zunächst waren es nur zwei, aber mittlerweile sind alle sechs neuen Sitze im Park mit Brachialgewalt umgebogen worden.

Zunächst waren es nur zwei, aber mittlerweile sind alle sechs neuen Sitze im Park mit Brachialgewalt umgebogen worden.

Barbara Sarx

Zunächst waren es nur zwei, aber mittlerweile sind alle sechs neuen Sitze im Park mit Brachialgewalt umgebogen worden.

Burscheid. Fast wirken sie wie eine moderne Kunstinstallation: Nicht einmal zwei Jahre nach ihrem Einbau sind die sechs Edelstahlsitze im Luchtenberg-Richartz-Park nicht mehr benutzbar. Zwei von ihnen waren schon im vergangenen Herbst von unbekannten Randalierern umgebogen worden. Inzwischen erinnern gar alle sechs entfernt an Tulpen, die die Köpfe hängen lassen.

"Die sind mit roher Gewalt abgeknickt worden und können nicht wieder hochgebogen werden, weil sie dann brechen", sagt Wolfgang Fuhrbach, Kassierer des Obst- und Gartenbauvereins, der die Stühle im Frühjahr 2007 mit finanzieller Unterstützung der Burscheid-Stiftung eingebaut hatte.

Weil der Verein seit Jahren auch die Patenschaft für den Park übernommen hat, herrscht hinter den Kulissen inzwischen ein Tauziehen, wer denn nun für die Behebung des Schadens aufkommen soll. Schon im Herbst wurde der Verein von der Stadt angeschrieben und auf den Schaden hingewiesen.

Die Obst- und Gartenbauer fühlen sich aber nicht zuständig: "Wir sind nicht für alle Schäden verantwortlich, wenn wir so etwas mal gesponsert haben", sagt Fuhrbach. Die Sitze seien Eigentum der Stadt und diese damit auch für die Folgekosten verantwortlich.

Auch beim Hersteller, dem Stahldesigner Michael Schneider, wurde schon angeklopft, ob es sich möglicherweise noch um einen Garantiefall handele. Doch auch Schneider winkte angesichts des eindeutigen Vandalismusschadens ab: "Wenn ich das reparieren soll, dann muss das per Auftrag passieren. Seitdem habe ich nichts mehr davon gehört."

Nach Angaben der Stadtpressesprecherin Renate Bergfelder-Weiss gibt es keine schriftliche Vereinbarung zwischen Stadt und Gartenbauverein zur Eigentumsfrage. "Wir werden gemeinsam nach einer Lösung suchen." Vage Hoffnungen der Stadt ruhen noch auf einem möglichen Versicherungsschutz.

Gartenbauverein erwägt Aufgabe der Pflegepatenschaft

Derweil könnte es bald noch weitere Schwierigkeiten mit dem Park geben. Der Obst- und Gartenbauverein überlegt, die Pflegepatenschaft wieder abzugeben. "Es mangelt nicht an gutem Willen", versichert die kommissarische Vorsitzende Irmtraud Vorkauf. "Aber wir haben Mühe, die nötige Arbeitsleistung zu erbringen. Unsere Helfer werden immer älter."

Auf der Hauptversammlung Mitte März soll darüber beraten werden. Bis dahin wird auch ein neuer Vorsitzender für die über 500 Mitglieder gesucht. "Wir wollen den Verein nicht untergehen lassen", sagt Vorkauf.

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