Über die Nutzung der alten Bahntrasse ist sich die Politik nicht einig.

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Die ehemalige Bahntrasse im Bereich der Innenstadt soll nach dem Willen der CDU zu einer „Umgehungstraße“ werden.

Die ehemalige Bahntrasse im Bereich der Innenstadt soll nach dem Willen der CDU zu einer „Umgehungstraße“ werden.

Jürgen Venn

Die ehemalige Bahntrasse im Bereich der Innenstadt soll nach dem Willen der CDU zu einer „Umgehungstraße“ werden.

Burscheid. Einen Radwanderweg auf der ehemaligen Bahntrasse in Burscheid wird es wohl nicht geben - auch wenn sich die Hälfte der Burscheider vor fast genau einem Jahr im Bürger-Barometer des Bergischen Volksboten einen gewünscht hatten. Ein Versäumnis von Stadt und Politik? "Das ist definitiv im Rahmen der Regionale 2010 nicht möglich, da die anderen Städte nicht mitziehen", erläutert Bürgermeister Hans Dieter Kahrl.
 
Gemeint ist im Wesentlichen die Entscheidung der Stadt Leverkusen, wo laut Kahrl ein Veto aus finanziellen Gründen ausgesprochen worden ist. Um eine Verbindung von Opladen bis ins Bergische herzustellen, hätten jedoch alle Kommunen an einem Strang ziehen müssen.

Jetzt stellt sich die Frage: Was wird aus der Trasse? Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Wirtschaftsförderung sollte kürzlich über entsprechende mögliche Änderungen im Flächennutzungsplan diskutiert werden. Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde das Thema kürzlich vertagt: Gesprächsbedarf hinter verschlossenen Türen am 4. Juni.

Kuckenberg bis Linde/Irlen als künftige "Ortsumgehung"

Dennoch weiß Ralf ten Haaf (SPD), dass zumindest für das Stück von Kuckenberg bis Linde/Irlen die Würfel bereits gefallen sind - für eine Umgehungsstraße. "Das wird sich die Mehrheit sicherlich nicht mehr nehmen lassen", meint der Planungsexperte der Sozialdemokraten und fügt seine Kritik an: "Das ist keine Ortsumgehung, sondern eine Ortsdurchführung."
 
Insbesondere in den Teilbereichen Innenstadt und Bahnhof Burscheid würde eine Hauptverkehrsstraße mit entsprechendem Fahrzeugaufkommen direkt am Kindergarten Schützeneich, am Altenheim Auf der Schützeneich sowie am möglichen neuen Jugendzentrum im Bahnhof oder einem entsprechenden Neubau an dieser Stelle vorbeiführen.
 
 "Ob das so miteinander vereinbar ist", fragen sich ten Haaf und seine Genossen schon vor der Fraktionssitzung. Auch im Hinblick auf Fördergeld für ein Jugendzentrum: Bei der parallelen Planung einer Hauptstraße könne jedenfalls nicht mehr der Landestopf für Stadterneuerung dafür angezapft werden. "Damit würde man sich eine Tür zuschlagen, um an Geld zu kommen."

Wichtig sei es laut ten Haaf vielmehr, die Trasse jetzt als Linie zu sichern, um sie für mögliche Planungen offen zu lassen. Zumal die Verkehrsplanungen hinsichtlich der Förderung bis zum Jahr 2015 entschieden seien. Die Politik würde sich bei einer späteren Entscheidungen nichts verbauen - ob dabei eine Straße, ein Grünzug oder ein Radwanderweg als Teilstück ins Auge gefasst werde.

Nagelsbaum bis Dierath als Grünfläche ausweisen

Unstreitig sei bei der SPD laut ten Haaf auch, den Bereich Nagelsbaum bis Dierath als Grünfläche auszuweisen.

Kuckenberg als Wohnbebauung für die Anwohner

Sicher scheint auch eine große politische Mehrheit für den Teilbereich Kuckenberg - von der Straße Dierath bis zum Bornheimer Bach. Geplant ist, die Fläche an die Anwohner zu veräußern, da die ehemalige Trasse an dieser Stelle direkt an das Siedlungsgebiet Kuckenberg anschließt.

Dünweg: Bewohner vom Gewerbegebiet abschirmen

Eine Chance, die Bewohner in Kotten besser von dem Gewerbegebiet am Müllersbaum (Stichwort Kühlhaus) abzuschirmen, besteht laut Verwaltung in der Darstellung der dortigen Trasse als Grünfläche. Von einem ökologischen Ausgleich ist die Rede. Politische Einigkeit dürfte es auch hier geben.

Siedlungsschwerpunkt Hilgen vorerst als Mischgebiet

Und schließlich ist da noch der Bereich von der Straße Müllersbaum bis zur Wermelskirchener Stadtgrenze. Teilbereiche sollen als Grünfläche ausgewiesen werden, bis hin zum Raiffeisenplatz. Eine Wohnbebauung östlich des Sportplatzes schließt die Verwaltung wegen der starken Böschung aus. Und für die Fläche des Bahnhofs Hilgen sowie den Siedlungsschwerpunkt um den Raiffeisenplatz schlagen die Planer der Stadt vorerst die Ausweisung als Mischgebiet vor.
 
 "Das halte ich auch für sinnvoll", meint ten Haaf im Hinblick auf zahlreiche "Unklarheiten". Beispielsweise die Konturen des B-Plans für Thiel, den Umbau der B 51 mit einer möglichen Tieferlegung des Raiffeisenplatzes sowie die Pläne der Stadt Wermelskirchen mit ihrer Trasse.

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