Das Trassentreffen wurde bei schwül-warmen Temperaturen zur schweißtreibenden Angelegenheit.

Das Trassentreffen wurde bei schwül-warmen Temperaturen zur schweißtreibenden Angelegenheit.
Ein Fahrradtross, unter anderem mit den Bürgermeistern Rainer Bleek (Wermelskirchen), Stefan Caplan (Burscheid) und David Schichel (Remscheid) sowie Kreisdirektor Erik Werdel, traf gegen Mittag auch in Burscheid ein. Fotos (2): Doro Siewert

Ein Fahrradtross, unter anderem mit den Bürgermeistern Rainer Bleek (Wermelskirchen), Stefan Caplan (Burscheid) und David Schichel (Remscheid) sowie Kreisdirektor Erik Werdel, traf gegen Mittag auch in Burscheid ein. Fotos (2): Doro Siewert

Beim Hauptveranstaltungsort am ehemaligen Pattscheider Bahnhof gab es auch Trommelrhythmen einer Burscheid/Leverkusener Gruppe zu hören.

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Ein Fahrradtross, unter anderem mit den Bürgermeistern Rainer Bleek (Wermelskirchen), Stefan Caplan (Burscheid) und David Schichel (Remscheid) sowie Kreisdirektor Erik Werdel, traf gegen Mittag auch in Burscheid ein. Fotos (2): Doro Siewert

Burscheid. Sonst sitzen sie im Büro und leiten die Geschicke der Verwaltung vom Schreibtisch aus. Sportlich zu sein, das steht eigentlich nicht in der Berufsbeschreibung. Bisher jedenfalls. Seit es die Balkantrasse gibt, werden den Bürgermeistern der Städte, durch die die Balkantrasse führt, einiges an Ausdauer abverlangt. Zumindest einmal im Jahr, wenn das Bergische Trassentreffen stattfindet.

Dieses Mal stand die Einweihung der drei neu ausgeschilderten Themenradwege (Aqualon-, Dhünn- und Wupper-Runde) im Mittelpunkt. Am Sonntag  traten Stefan Caplan, Wermelskirchens Bürgermeister Rainer Bleek und sein Remscheider Kollege David Schichel also kräftig in die Pedale. Ganz schön aus der Puste waren die Offiziellen, als sie von Leverkusen-Pattscheid aus am Megafon ankamen.

Zwischenstopp auf dem Weg von Pattscheid nach Wermelskirchen

Rainer Bleek war nassgeschwitzt und außer Atem. „Runter ist ja kein Problem“, sagte der Wermelskirchener, der auf einem Pedelec samt angeschalteten Motor unterwegs war. „Es ist sehr anstrengend, macht aber Laune.“ Stefan Caplan war gelassen. Er kennt die Balkantrasse von den regelmäßigen Wochenendausflügen. Der Motor seines E-Bikes sei bis zum Megafon ausgeschaltet gewesen. Nach einem kurzen Zwischenstopp schwangen er und seine Amtskollegen sich wieder auf die Räder, es ging Richtung Wermelskirchen.

Eine ganz andere Strecke hatte Friedrich Kinsvater hinter sich gebracht. Der Radfahrer kam aus Hückeswagen. Mit dem Bus sollte es von Burscheid aus nach Marienheide gehen. Von dort aus führte die Tour auf dem Rad wieder nach Hause. „Von Hückeswagen bis nach Burscheid sind es 22 Kilometer“, sagte Friedrich Kinsvater, der an diesem Tag insgesamt 50 Kilometer radelnd zurücklegen wollte. In Hückeswagen hatte er noch die Sonne im Rücken. Richtung Burscheid zog sich der Himmel immer weiter zu, was Friedrich Kinsvater dazu bewegt haben soll, noch kräftiger in die Pedale zu treten.

Gerda Schwamborn, die sich am Megafon in einen Plausch verwickeln ließ, musste auch in die Pedale treten, um ihren Ehemann wieder einzuholen. Er hatte seiner Frau nicht nur aus diesem Grund ein E-Bike gekauft. „Wir fahren viel mit dem Rad“, sagte sie. „Wir sind in der Provence die Berge auf und ab gefahren.“

Ingrid Meding-Arndt nahm sich am Megafon die Zeit, ihre Stempelkarte abzeichnen zu lassen. Die Stadt Burscheid hatte auf dem Hof einen Stand aufgebaut, genauso wie der Kreis, die Polizei, die Aidshilfe, die Erziehungsberatungsstelle, das Altenzentrum und die Buchhandlung Hentschel.

Drei Stempel aus mindestens zwei Städten brauchte sie, um an der Verlosung teilzunehmen. Das kriegte sie hin. Von Blecher aus führte ihre Tour erst nach Pattscheid, dann ging es weiter nach Wermelskirchen. Das Schloss Morsbroich stand auch noch auf der Liste. Stolz verwies Meding-Arndt darauf, dass sie bereits 80 Jahre alt ist. Sie hält sich fit mit Radtouren, Gymnastik – und Singen im Dürscheider Dreiklang.

Bevor es weiterging, legte sie wieder den Helm und ihre pinke Weste an. Die Pause war bei schwül-warmen Temperaturen ohnehin fast anstrengender als das Radfahren selbst. „Wenn man fährt, ist es nicht so warm“, sagte sie und schnürte das Halstuch fest. „Der Fahrtwind.“

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